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„Warum Krieg?“: Lesung mit Diskussion am 26. Januar um 19.30 Uhr

Am 30 Juli 1932 fragt Albert Einstein in einem Brief an Sigmund Freud: “Gibt es einen Weg, die Menschen vom Verhängnis des Krieges zu befreien?“ Er führt seine Gedanken aus und erhält von Freud eine Stellungnahme in Form eines langen Briefes. Was haben Freud und Einstein zu diesem Thema gedacht? Was sagen Vertreter der aktuellen Psychoanalyse dazu?einsteinfreud

Milena Fischer und Henning Hartmann, zwei Künstler aus Hannover, werden aus dem genannten Briefwechsel und aktuellen psychoanalytischen Texten lesen, sowie Gedichte zum Thema Krieg vortragen.
Eine Veranstaltungsreihe des Alexander-Mitscherlich-Instituts und des Instituts für Psychoanalyse und Psychotherapie e.V.
Eintritt frei, Spenden willkommen.

Tagesseminar „Wer ist „wir“? Gesellschaftliche Heterogenität und Homogenitätsvorstellungen in Geschichte und Gegenwart“

Dienstag, 6. Februar 2018, 10 bis 17 Uhr
Ort: Sara Nussbaum Zentrum Kassel, Ludwig-Mond-Straße 127
Anmeldung & Rückfragen: manuel.glittenberg@degede.de
Die Teilnahme ist kostenlos.

Der Workshop ist als ganztätige Fortbildung konzipiert und kombiniert Elemente der historischen Bildung mit demokratiepädagogischen und menschenrechtsbasierten Methoden. Er richtet sich an Menschen, die haupt- oder ehrenamtlich mit Geflüchteten zu tun haben (z.B. Sozialarbeiter_innen, Verwaltungsangestellte, Unterstützer_innen in Flüchtlingsinitiativen, Pädagog_innen, Lehrer_innen).
Nach der Befreiung vom Nationalsozialismus befanden sich Millionen von Displaced Persons auf dem Gebiet des ehemaligen Deutschen Reiches: Überlebende der Konzentrationslager, nach Deutschland verschleppte Zwangsarbeiter sowie jüdische Menschen, die dem Holocaust entkommen waren. Ein großer Teil von ihnen kehrte später in die jeweiligen Herkunftsländer zurück. Diejenigen, für die eine Rückkehr wegen der politischen Situation in Osteuropa oder der Angst vor antisemitischen Übergriffen nicht in Frage kam, emigrierten in ein Drittland. Einige verblieben als sogenannte „Heimatlose Ausländer“ in der Bundesrepublik. Die Geschichte der Displaced Persons verweist nicht nur auf den von den Deutschen verübten Völkermord, sondern auch auf die Heterogenität der deutschen Gesellschaft und den Umgang der Alliierten mit „Displacement“ nach 1945.
Die Auseinandersetzung mit dieser Geschichte kann dazu beitragen, unser Bild von der deutschen Gesellschaft und ihrer (fort)bestehenden heterogenen Verfasstheit zu schärfen und Homogenitätsvorstellungen in Geschichte und Gegenwart kritisch zu betrachten. Für die Auseinandersetzung mit den gegenwärtig geführten Diskussionen zum Thema Flucht und Menschenrechte können so wichtige Impulse gegeben und Erkenntnisse im Hinblick auf die Wahrung der Würde des Menschen und des Rechts auf Selbstbestimmung deutlich gemacht werden.
Mit Hilfe interaktiver Methoden wird den Teilnehmenden im Workshop neben historischen Einblicken Handlungssicherheit im Umgang mit Heterogenität sowie eine Stärkung in der Auseinandersetzung mit Rassismus und Anfeindungen vermittelt. Die Teilnehmenden werden dabei ermutigt, eigene Vorstellungen zum Zusammenleben in einer pluralen Gesellschaft zu entwickeln und einzubringen.
Ein gemeinsames Workshop-Angebot des International Tracing Service (ITS) und des DeGeDe-Projekts „Zusammenleben neu gestalten“. Zum Flyer

Lesung und Vorstellung einer Broschüre am 17. Dezember

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17. Dezember 2017, um 17 Uhr

ins Sara Nussbaum Zentrum ein.

Zur Vorstellung unserer neuen Broschüre „Dokumentation der Ausstellung »Kein Sommermärchen«“, die die Sicht der jüdischen Community auf aktuellen Antisemitismus darstellt.

Außerdem zur Lesung von Selma Sipur »Tango in Tel Aviv«. Die junge jüdische Schwedin Liora kehrt von ihrem Auslandspraktikum nach Hause zurück und steht vor den Trümmern ihrer zerbrochenen Beziehung. Doch nicht ihre privaten Probleme, sondern eine politische Entwicklung kristallisiert sich zum Hauptproblem heraus: der anwachsende Antisemitismus in Südschweden. Selma Sipur ist eine promovierte Politikwissenschaftlerin und Alumna des Austauschprogramms der Konrad-Adenauer-Stiftung mit dem American Jewish Committee

zur Einladung als PDF
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Daniel Kempin (Gesang, Gitarre): „ojfn weg – Exil und Emigration in jüdischen Liedern“

Sonntag, 10. Dezember 2017, 17 Uhr

Hamburg, Photo Simon

Die jüdische Geschichte beginnt vor 4.000 Jahren mit dem Aufruf an Abraham, seine Heimat zu verlassen. Exil und Emigration prägen fortan die jüdische Existenz. Mit der Konzentration auf das aschkenasische („deutsche“) Judentum berichtet das Liederprogramm von der Flucht der Juden aus West- nach Osteuropa, von den Lebensbedingungen im zaristischen Russland, von der Herausbildung verschiedener innerjüdischer Gruppierungen, der Flucht und dem Aufbau einer neuen Existenz in den USA.  Die umfassende und zugleich „kurz-weilige“ Zeitreise schließt Lieder aus der Zeit der Vernichtung („Schoah“), der Staatsgründung von Israel und aus der heutigen Zeit mit ein.  (Foto: Simon)

Eintritt: 8 Euro

Kooperationspartner: DIG, VHS, Evangelisches Forum, Gesellschaft für Christlich – Jüdische Zusammenarbeit, Stadtmuseum Hofgeismar.

„Chaim heißt Leben“: Lesung von Julia Drinnenberg

Sonntag, 26. November 2017, 17 Uhr

Chaim heißt Leben

Chaim Segal (1929 – 2016) wurde in der galizischen Stadt Borysław geboren und war einer der 250 Holocaustüberlebenden von den ursprünglich 14.000 Jüdinnen und Juden, die in Borysław zu Hause waren. Im Buch „Chaim heißt Leben“ schildert er seine wohlbehütete Kindheit im Stetl und seinen Kampf als 12-jähriger Junge ums Überleben während der deutschen Besatzung – im Ghetto, in Lagern, versteckt in Bunkern und in den Wäldern rund um Borysław.
Julia Drinnenberg, Leiterin der museumspädagogischen Arbeit in der Judaica-Abteilung des Stadtmuseums Hofgeismar, half Chaim Segal dabei, seine Erinnerungen aufzuzeichnen und somit die letzte Bitte seiner Mutter zu erfüllen, der Welt zu erzählen, was damals geschehen ist. Zwei Jahre lang arbeiteten Chaim Segal und Julia Drinnenberg gemeinsam an dem Buch. Aufgrund der großen Distanz zwischen Hofgeismar und Toronto, wo Segal lebte, wurden ihre Gespräche vor allem am Telefon geführt.
Eintritt frei, Spenden erwünscht

„Jüdische Kultur in Galizien und der Bukowina“: Vortrag von Dr. Eva Schulz-Jander, musikalische Umrahmung durch Stefan Hülsermann (Klarinette)

Sonntag, 5. November 2017, 17 Uhr
Kultur Kollage 2Weder Galizien noch die Bukowina findet man heute auf einer Landkarte. Sie sind Orte der Sehnsucht und waren eine Gegend, in der „Menschen und Bücher lebten“, wie Paul Celan es ausdrückte. Hier wirkten die Wunderrabbis, das Stetl mit Luftmenschen und Geschichten, die für uns voller Wunder sind und mit Staunen gelesen werden. Aber nicht nur der Chassidismus prägte diese Gegend. Es sind die Künstler, Schriftsteller, Maler und Musiker, die diese Gegend zusätzlich zu einem magischen Ort machen.
Stefan Hülsermann spielt  Solo-Werke für Klarinette von Jean-Luc Darbellay, Violeta Dinescu, Carlheinz Heß u.a.
Eintritt frei, Spenden erbetten.

Vortrag: Facetten des Antisemitismus

Facetten des Antisemitismus: Wie bedroht ist jüdisches Leben in Deutschland?

Mittwoch, 8. November 2017, Christian-Albrechts-Universität Kiel
Martin Sehmisch, Soziologe und Leiter der Informationsstelle Antisemitismus Kassel

Der Nationalsozialismus ist vorbei – aber der Antisemitismus ist nicht von der Bildfläche verschwunden. Der planmäßige und zugleich wahnhaft begründete Massenmord an den europäischen Juden ist Geschichte – aber auch im Jahr 2017 gilt es in manchen Vierteln als gefährlich, mit sichtbaren jüdischen Symbolen auf die Straße zu gehen. Wie bedrohlich ist Antisemitismus heute für Jüdinnen und Juden? Welche Ausdrucksformen nimmt Judenfeindschaft in der Gegenwart an? Mit welchen Ideologien ist Antisemitismus heute verknüpft? Was ist nötig, um den Hass zu stoppen?

Der Soziologe und Leiter der Informationsstelle Antisemitismus Kassel, Martin Sehmisch, nimmt am 8. November 2017 in Kiel eine Bestandsaufnahme vor. Am Ende des Vortrags stehen Thesen zu der Frage, was jetzt zu tun ist.

Tagesseminar (ausgebucht)

6111702Gefährliche Welterklärung – Personalisierender Antikapitalismus im gewerkschaftlichen Kontext und seine Nähe zum Antisemitismus

Montag, 6. November 2017
14 bis 20 Uhr (geöffnet ab 13.30 Uhr)
Ort: Sara Nussbaum Zentrum Kassel

Je länger die weltweite ökonomische Krise dauert, desto beliebter sind einfache Erklärungen – auch unter Gewerkschaftsmitgliedern. Die Empörung darüber, dass an Bildung, Gesundheit, Umwelt und Sozialem gespart wird, während gleichzeitig Billionen Euro in den Finanzmärkten zirkulieren, mischt sich oft mit der Vorstellung, »die Gierigen, die den Hals nicht voll genug kriegen« seien an der Krise Schuld. Die Nationalsozialisten setzten »die Gierigen« mit »den Juden« gleich. Doch auch wer das nicht tut, kann sich in einer gefährlichen Nähe zum Antisemitismus befinden, ohne sich darüber im Klaren zu sein.

Das Seminar beleuchtet oberflächlichen und personalisierenden Antikapitalismus anhand von Beispielen aus dem gewerkschaftlichen Kontext. Es wirft einen Blick auf den Antikapitalismus alter und neuer Nazis und untersucht dessen Anschlussfähigkeit an den aktuellen gesellschaftlichen Diskurs. Grundlegende Unterschiede zu einer reflektierten Kritik, die die systemischen Zwänge und Widersprüche des Kapitalismus untersucht, werden behandelt.

Durchführung: Matthias Ammer (Politikwissenschaftler, Gewerkschaftssekretär) und Lothar Galow-Bergemann (Publizist, ehemaliger Personalrat in zwei Großkliniken, ver.di)

Einladungsflyer (PDF)
Veranstaltung bei Facebook

Die Teilnahme ist kostenlos. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Bitte melden Sie sich bis verbindlich per E-Mail an bei: ms@sara-nussbaum-zentrum.de.
DAS SEMINAR IST AUSGEBUCHT – BITTE SENDEN SIE KEINE ANMELDUNGEN MEHR!

Buchlesung mit Andrea v. Treuenfeld „Erben des Holocaust, Leben zwischen Schweigen und Erinnerung“

Am Mittwoch 11. Oktober 2017 um 18.30 Uhr liest
Andrea v. Treuenfeld  aus ihrem im Februar erschienen Buch „Erben des Holocaust, Leben zwischen Schweigen und Erinnerung“. Ausgehend von den individuellen Geschichten geht von Treuenfeld in dem Buch den Fragen nach: Welche Erfahrungen machten die Kinder jener Menschen, die die Schoa überlebten? Andrea von Treuenfeld hat 18 Frauen und Männer gebeten, in jeweils einem Beitrag über ihr »Leben zwischen Schweigen und Erinnerung« zu berichten.

Bericht der Jüdischen Allgemeinen über die Buchpräsentation in Berlin

 

Eine Geschichte von Vernichtung und Überleben

Neue Ausstellung: „Eine Geschichte von Vernichtung und Überleben – der Holocaust im galizischen Erdölrevier“

Die Vernissage findet am Sonntag, 1. Oktober, um 17 Uhr statt. Musikalische Umrahmung:  Lilia Gilmanova (Klavier), Yanhui Liu (Klarinette). Galizien ist eine Kulturlandschaft im Osten Mitteleuropas, die heute zwischen Polen und der Ukraine geteilt ist. Juden bildeten seit dem Mittelalter einen wichtigen Teil der multiethnischen Gesellschaft. Die Orte Drohobycz und Boryslaw waren das Zentrum des galizischen Ölreviers und damit für die deutschen Besatzer im 2. Weltkrieg kriegswichtig. Die jüdische Bevölkerung wurde in Ghettos zusammengepfercht, zur Zwangsarbeit herangezogen und schließlich vernichtet.

Die Ausstellung zeichnet den Holocaust im galizischen Erdölrevier nach. Die Ausstellung beschäftigt sich mit den Opfern, den Tätern, den Tatbeteiligten, den Überlebenden und ihren Rettern. Sie folgt dem Schicksal der Familie des Holocaust-Überlebenden Prof. Dr. Józef Lipman. Sie würdigt die Taten und den Mut der Retter, besonders des jungen deutschen Managers Berthold Beitz und seiner Frau Else. Den Flyer mit dem Rahmenprogramm können Sie hier herunterladen.