Diskussion: Stolpersteine kontrovers

Stolperstein im Philosophenweg in Kassel

Stolperstein im Philosophenweg in Kassel

Bundesweit erinnern zehntausende Stolpersteine an Menschen, die von den Nationalsozialisten verfolgt, deportiert und ermordet wurden. Die Stolpersteine sind sowohl Kunstprojekt als auch Gedenkform und Anlass für Erinnerung und Versöhnung. Zugleich sind sie umstritten. Kritiker halten die Stolpersteine nicht für eine adäquate Form der Erinnerung an die Judenvernichtung. Nicht zuletzt werfen auch antiisraelische Aktivitäten von Mitgliedern des Vereins „Stolpersteine in Kassel“ die Frage auf, wie die Haltung der Aktivisten zum jüdischen Staat Israel ist.

Wir haben unter dem Titel „Stolpersteine kontrovers“ am 26. November 2015 im Sara Nussbaum Zentrum diskutiert. Gesprächspartner waren Jonas Dörge (Bündnis gegen Antisemitismus Kassel) und Christopher Willing (Jüdische Liberale Gemeinde Nordhessen).

Die Veranstaltung wurde von der Jüdischen Gemeinde Kassel, der Jüdischen Liberalen Gemeinde Nordhessen und dem Sara Nussbaum Zentrum für Jüdisches Leben gemeinsam organisiert. Der Verein „Stolpersteine in Kassel“ war im Vorfeld ebenfalls eingeladen worden, einen Vertreter zu schicken, zeigte sich aber nicht kooperativ und war deshalb an diesem Abend nicht vertreten.

Audio: Stolpersteine kontrovers (26. November 2015)

Erstveröffentlichung: Kurzgutachten der Amadeu-Antonio-Stiftung zu der Frage, ob die Rede von Ulrich Restat in am 15. August 2014 in Kassel antisemitisch war. Restat hatte als Redner bei einer anti-israelischen Demonstration gesprochen und war dort in seiner Funktion als Gründungsmitglied des Vereins Stolpersteine in Kassel angekündigt worden.

Weiteres Material:
Als antisemitisch kritisierte Rede von Ulrich Restat
Jüdische Rundschau (Oktober 2014) über die Vorgänge in Kassel
Radio-Sendung über Stolpersteine in Kassel