Himmelsstürmerinnen – Station 1: Aschrott-Brunnen

Sigmund Aschrott wurde am 14. Juni 1826 geboren. Er war ein deutsch-jüdischer Kaufmann, Industrieller, Bankier, Immobilienunternehmer und Mäzen. Er lebte mit seiner Familie – einer Frau und fünf Kindern- in Kassel.

Sigmund Aschrott war in der Gesellschaft und in der Kultur sehr engagiert. Er interessierte sich sehr für Architektur. Im Jahr 1909 schenkte er der Stadt Kassel einen Brunnen, der vor dem neu erbauten Rathaus in der Innenstadt aufgebaut wurde. Dieses Geschenk kam bei der Kasseler Bevölkerung gut an.

Die Meinung über den Brunnen änderte sich, als 1933 die Nationalsozialisten an die Macht kamen. Was jüdisch war oder von ihnen als jüdisch betrachtet wurde, wurde verfolgt und bekämpft. Im Januar 1933 kam Adolf Hitler in Deutschland an die Macht. Schon im Februar 1933 kam er nach Kassel, um seinen Sieg zu feiern. Vor diesem Besuch wurde der Aschrott-Brunnen von einer Gruppe junger Männer, die Nazis waren, stark beschädigt. Wenige Tage später wurden die Reste des Brunnens offiziell fast vollständig beseitigt. Der Aschrott-Brunnen wurde zum Symbol für die Judenverfolgung.

Erst in den 1980er Jahren wurde darüber gesprochen, an den alten Brunnen zu erinnern. Der Künstler Horst Hoheisel gestaltete schließlich 1987 an der gleichen Stelle ein originales Abbild des Brunnens. Allerdings handelte es sich um einen besonderen Brunnen: Eine 12 Meter hohe Form des alten Brunnens wurde verkehrt herum in der Erde versenkt. Er wollte damit zum Hinterfragen und zum Nachdenken anregen.

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