Netz gegen Hetz

Neue Ausstellung „Netz gegen Hetz“ ab Juli 2021 im Sara Nussbaum Zentrum für Jüdisches Leben in Kassel

Eine gute jüdische Tradition ist es, mit einer Frage auf eine Gegenfrage zu antworten. Auf diesem Prinzip basiert auch der Einstieg in die neue Ausstellung „Netz gegen Hetz“ des Sara Nussbaum Zentrums für Jüdisches Leben in Kassel. Ab Mitte Juli 2021 können Besucherinnen und Besucher die Vielfalt jüdischer Perspektiven gewissermaßen „erfragen“. Und dabei vermutlich auch die Erkenntnis machen, dass viele Dinge miteinander verwoben und verknüpft sind, einfache Lösungen oder Deutungen bei komplexen Fragen versagen …

Darauf deutet auch der gleichzeitig verspielte, aber auch ernst gemeinte Titel der Ausstellung, die von Geschäftsführerin Ilana Katz und Leiterin Elena Padva konzipiert worden ist. In mehreren Räumen werden verschiedene, aber stets beziehungsreiche Aspekte des jüdischen Lebens thematisiert, wie in einem großen Gewebe. Fragen nach Erinnerung, nach der Notwendigkeit von Dialog, dem Entstehen, Weitergeben und Entgegentreten von (Vor-)Urteilen, Zusammenhalt und Kooperation und vieles mehr.

Das geschieht mit Objekten, Audioinstallationen, Filmen, Bildern und Texten. Im Mittelpunkt steht aber nicht das Gezeigte, sondern immer die Besucherinnen und Besucher selbst: Sie sind eingeladen, ihre Fragen zu stellen und so aktiv in das Netzwerk einzutreten.

Öffnungszeiten: Die Ausstellung ist an den Sonntagen im August 2021 jeweils sonntags von 13-18 Uhr sowie darüber hinaus nach Vereinbarung geöffnet. Anmeldung unter info@sara-nussbaum-zentrum.de.

25. Juli 2021: Eröffnung der Ausstellung im Rahmen von „Mazel tov! – Ein Fest für alle!“

Programm des Festtages

  • 15 Uhr: Ausstellung geöffnet
  • 17.00 Uhr / 17.30 Uhr: Führungen durch die Ausstellung
  • 18.30 Uhr: Offizielle Eröffnung (im Garten)
  • 19 Uhr: Konzert mit Karsten Troyke & Trio SCHO (im Garten)

Das Konzert findet im Garten statt. Auch an eine Schlechtwettervariante ist gedacht. Parkmöglichkeiten gibt es unter anderem beim Rewe-Markt in der Sternbergstraße.

Um Einhaltung der bekannten AHA‐Regel wird gebeten: Abstand einhalten, Hygieneregeln befolgen und Mund‐ und Nasenschutz tragen.

Wir bitten darum, freiwillig am Tag des Besuchs einen Corona-Test durchführen zu lassen und das Ergebnis mitzubringen.

Karsten Troyke & Trio SCHO. (Bild: Privat/PR)

Über Karsten Troyke & Trio SCHO

Karsten Troyke, Chansonsänger, Schauspieler und Sprecher, hat sich vor allem mit jiddischen Liedern einen internationalen Namen geamacht. Er gilt als einer der bedeutendsten Interpreten dieses Genres in Europa. Ihm wird nachgesagt, dass er mit den schwierigsten Texten und ambivalenten Gefühlslagen spielen kann. Als Entertainer stehen ihm differenzierte Ausdrucksformen zu Gebot, und so weiß man bei ihm nicht immer, wie ernst oder ironisch er einen Text nimmt. Beklemmendes kann er mit Leichtigkeit bringen und Humor kann zu Tränen rühren. Sein Jiddisch klingt wie aus der alten Zeit des Volkstheaters und Cabaret, die Themen seiner Konzerte sind jedoch ganz dem Heute gewidmet. Für sein Album „Yiddish Anders“ erhielt Karsten Troyke 1992 den Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik.

Mit Trio SCHO verbindet ihn eine ideale musikalische Partnerschaft. 1992 in der der ukrainischen Stadt Poltawa gegründet, ist das Trio seit 1994 vorwiegend auf Berliner Bühnen unterwegs. Zum Repertoire der Musiker gehören ebenso temperamentvolle wie melancholische russische Lieder und Instrumentalstücke, eigene Lieder, russischer Swing und Bossa Nova. Es geht von den „Goldenen Zwanzigern“ bis in die Jetzt-Zeit. Ihre Musik steht in der Tradition des jüdischen Odessa.

Änderungen, auch kurzfristig, vorbehalten.

„Mazel tov! – Ein Fest für alle!“ ist ein Projekt im Rahmen von #1700JLID – 1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland. Die Ausstellung „Netz gegen Hetz“ wird gefördert im Rahmen des Landesprogrammes Hessen Aktiv für Demokratie und gegen Extremismus.