Gemäldeausstellung „Begegnungen“ von Jutta Schlier

Die nächste Sonderausstellung „Begegnungen“ mit Gemälden von Jutta Schlier wird am 1. September um 18 Uhr eröffnet. Für musikalische Umrahmung sorgt Julia Reinhardt (Klavier).

„Rote Sonne“, Acryl auf Vlies, 2019.

Jutta Schlier schichtet Farben – mal lasierend, mal pastös. Ausdrucksstark malt sie mit Acryl auf Holz, Papier oder Vlies. Geleitet von einer unbändigen Lust an Farben und Formen lässt sie so Strukturen, Tiefenwirkung und lebendige Flächen entstehen. Das Aufleuchten der Farben in ihren meist abstrakten Gemälden erinnert an die bunten Glasfenster in sakralen Räumen und verweist auf das durchscheinende „Mehr“ hinter allen Dingen. Schliers Arbeiten tragen Titel wie „In der Tiefe des Universum“, „Resümee“ oder „Himmelsbrücke“. Die Künstlerin versteht ihre Bilder als Meditationsräume. Sie möchte den Betrachterinnen und Betrachtern Zeit und Raum schenken für innere Einkehr und damit für den Blick auf das, was trägt und wesentlich ist. 

Jutta Schlier, Jahrgang 1958, ist Malerin und Exerzitienbegleiterin. Nach Theologiestudium und langjähriger Tätigkeit als Gemeindereferentin ist sie seit 2013 freischaffend künstlerisch tätig. Sie lebt mit ihrem Mann in Zierenberg bei Kassel.

Vernissage: Sonntag, 1. September 2019, um 18 Uhr in Anwesenheit der Künstlerin.
Zur Einladungskarte

Zur Kasseler Museumsnacht am Samstag, 7. September 2019, von 17 bis 1 Uhr führt Jutta Schlier um 17 Uhr und um 19:30 Uhr jeweils für etwa 30 Minuten durch die Ausstellung.

#ks20juli Nachbereitung (3/5)

Problematische Partner im „Bündnis gegen Rechts“

In unserer Serie „#ks20juli Nachbereitung“ erklären wir heute, warum einige Akteure aus dem „Bündnis gegen Rechts“ aus unserer Sicht problematisch sind.

Als Ausgangspunkt haben wir ein Foto aus dem Sommer 2014 gewählt. Damals beteiligten sich rund 2.000 Menschen in Kassel an einer lautstarken Demonstration, die vermeintlich gegen die Politik der israelischen Regierung gerichtet war. Tatsächlich ging es vielen Teilnehmern aber offenkundig darum, ihren Antisemitismus auszuleben. So wie dem jungen Mann, der an die rund 70 Gegendemonstranten gerichtet den Hitlergruß zeigte (es blieb nicht der einzige an diesem Tag). Andere setzten die Politik der israelischen Regierung mit den Verbrechen der Nationalsozialisten gleich. Wieder andere beschimpften die jüdischen und israelsolidarischen Menschen der Gegenkundgebung als „Nazis“, „Mörder“ und „scheiß Juden“. Zwei Teilnehmer der Demonstration gegen Antisemitismus wurden unabhängig voneinander Tage später auf der Straße wiedererkannt und massiv bedroht, einer mit den Worten „wir werden euch alle umbringen“.

Schon im Jahr 2009 waren „Israelkritiker“ durch Kassel gelaufen. Damals beschädigten sie einen pro-israelischen Infostand massiv, bedrängten israelsolidarische Menschen, setzten Israel mit Nazi-Deutschland gleich und schlugen einem Menschen mit einer Holzlatte auf den Kopf. Neben Vertretern des Kasseler Friedensforums, der VVN-BdA und der Katholischen Kirche nahmen dem Vernehmen nach damals auch türkische Faschisten an der Demonstration teil.

Wir stellen fest:

1. Aggressive, gegen die Existenz des Staates Israel gerichtete Demonstrationen münden in der Regel in die Manifestation von Antisemitismus. Mehrere Partner des „Bündnis gegen Rechts“ haben sich an diesen Demonstrationen im Jahr 2009 und im Jahr 2014 in Kassel beteiligt. Gleiches gilt für Einzelpersonen, die nicht für ihre gesamte Gruppe sprechen können, darunter beispielsweise ein in einer DGB-Gewerkschaft organisiertes Betriebsratsmitglied, der eine der oben genannten Bedrohungen ausgesprochen hat.

2. Der antisemitische Gehalt dieser Versammlungen und der öffentlichen Reden ist bekannt und belegt. So kam ein Kurzgutachten der Amadeu Antonio Stiftung zu dem Schluss, dass eine auf der Rathaustreppe gehaltene Rede Antisemitismus reproduziert (nachzulesen hier). Die unverblümt antisemitischen Ausfälle auf mit den Demonstrationen verbundenen Facebook-Gruppen- und -Veranstaltungsseiten sind ebenfalls umfangreich belegt (siehe Broschüre „Zwischen Anfeindung und Solidarität“). In anderen hessischen Städten sind die gleichen Muster nachgewiesen.

3. Im Zusammenhang mit diesen im Kern antisemitischen Versammlungen kommt es immer wieder zur Solidarisierung mit terroristischen Gruppen und zum Aufruf des Boykotts israelischer Waren, Dienstleistungen und Menschen („BDS“).

4. Zusätzlich problematisch sind einige der Partner des „Bündnis gegen Rechts“, weil sie auch abseits des benannten Antisemitismus völlig inakzeptable Positionen einnehmen, etwa stalinistische, demokratiefeindliche und solche, die Gewalt gegen politische Gegner befürworten.

5. Das Problem reicht weit hinein in demokratische und als demokratisch geltende Gruppen und Parteien. So war etwa das am 1. Mai 2019 während der DGB-Demonstration in Kassel gezeigte Plakat mit der Aufschrift „Gegen BDS und Israelhass – Solidarität mit der Histadrut“ einem Stadtverordneten der Linken so sehr ein Dorn im Auge, dass er zusammen mit anderen forderte, das Plakat abzuhängen.

Es ist schwer vorstellbar, mit solchen Bündnispartnern Antisemitismus wirksam zu thematisieren, zu erkennen und zu bekämpfen.

#ks20juli Nachbereitung (2/5)

Material für alle, die sich informieren möchten

Unsere Serie „#ks20juli Nachbereitung“ soll Menschen ermöglichen, die Kritik an der Politik des Bündnisses gegen Rechts besser nachzuvollziehen. Wir finden, dass die Kasseler Stadtgesellschaft JEDEN Antisemitismus klar zurückweisen sollte – egal, von wem und aus welcher politischen Ecke er geäußert wird.

Dafür ist es wichtig, Antisemitismus in seinen heutigen Ausformungen zu kennen und zu verstehen. Wir laden deshalb dazu ein, sich darüber zu informieren. Folgende Broschüren können kostenlos im Sara Nussbaum Zentrum für Jüdisches Leben abgeholt oder gegen eine Portopauschale bestellt werden:

„Zwischen Anfeindung und Solidarität –
Antisemitismus aus Sicht der jüdischen Community“

/// 56 Seiten, Kassel 2017 /// Sara Nussbaum Zentrum /// Inhalt u.a.: Dokumentation antisemitischer Demonstrationen in Hessen im Jahr 2014, Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Rassismus und Antisemitismus, israelbezogenen Antisemitismus erkennen

„Man wird ja wohl Israel noch kritisieren dürfen…?
Eine pädagogische Handreichung zum Umgang mit israelbezogenem Antisemitismus
/// 66 Seiten, Berlin 2018 /// Amadeu Antonio Stiftung ///
Inhalt u.a.: Israelbezogener Antisemitismus, Unterscheidung von Kritik und Antisemitismus, pädagogische Tipps für den Umgang mit israelbezogenem Antisemitismus
/// auch online erhältlich: www.amadeu-antonio-stiftung.de/…/paedagogischer-umgang-mit-…

„Juden und Radfahrer beherrschen die Welt. Wieso Radfahrer?“ – Plakat und Broschüre gegen Antisemitismus
/// auf A4 gefalztes A1-Plakat, 16-seitige Broschüre /// Aktion 3.Welt Saar /// auch online erhältlich: a3wsaar.de/aktion/2016-mai-poster-antisemitismus/

„Die antisemitische Boykottkampagne gegen Israel –
Inhalte, Ziele, Gegenstrategien“

/// 28 Seiten, Berlin 2018 /// AJC Berlin /// Inhalt u.a.: Was ist BDS? BDS und antisemitische Vorfälle, BDS und die Kirchen
/// auch online erhältlich: ajcberlin.org/…/def…/files/downloads/ajcbdsbroschure2018.pdf

Materialsammlung „Antisemitismus heute“ für Pädagoginnen und Pädagogen
/// kompakte Sammlung von Material aus verschiedenen Quellen, Kassel 2018 /// Sara Nussbaum Zentrum /// Inhalte: 1. Was ist Antisemitismus 2. Wahrnehmungen von Betroffenen 3. Kritik oder Antisemitismus 4. Teil der Lösung sein 5. Empfohlene Methoden für Unterricht und Projektarbeit
/// kann gegen 10 Euro Versandpauschale pro Exemplar bei uns bestellt werden oder kostenlos bei uns abgeholt werden (wegen der hohen Produktionskosten maximal ein Exemplar pro Person)

Kontakt: Telefon 0561-93728281
assistenz@sara-nussbaum-zentrum.de

#ks20juli Nachbereitung (1/5)

Gegen JEDEN Antisemitismus!

Es ist gut, dass über 10.000 Menschen am 20. Juli in Kassel durch ihre Teilnahme an Demonstrationen und Kundgebungen gezeigt haben, dass sie für Demokratie und gegen Rechtsextremismus stehen. Die Zahl ist beeindruckend. Für die Arbeit, die dieses klare Signal ermöglicht hat, gebührt vielen Menschen Anerkennung. Der Tag hat gezeigt, dass sie nicht möchten, dass Kassel ein neues Aufmarschgebiet für Neonazis wird. Gut so!

Ungeklärt ist allerdings nach wie vor, warum das Bündnis gegen Rechts mehrere israelfeindliche Gruppen als Partner akzeptiert hat. Darunter auch solche, die im Jahr 2014 an antisemitischen Demonstrationen in Kassel beteiligt waren. Zudem wurde der virulente Antisemitismus der Partei „Die Rechte“ im Aufruf des Bündnis überhaupt nicht thematisiert, obwohl er zentraler Bestandteil der Agitation der Neonazis ist.

Unter anderem wegen dieser irritierenden Politik hatten mehrere Gruppen den Aufruf des Bündnisses gegen Rechts nicht unterstützt. Andere unterschrieben mit Bauchschmerzen. Dennoch beteiligten sich pro-israelische und jüdische Menschen an den Demonstrationen am 20. Juli. Einige zeigten dabei israelische Fahnen und unser Plakat „Gegen jeden Antisemitismus“, das im Mai als Reaktion auf den antisemitischen Europawahlkampf der Rechten entstanden war.

Unsere Serie „#ks20juli Nachbereitung“ soll Menschen ermöglichen, die Kritik an der Politik des Bündnisses besser nachzuvollziehen. Wir laden alle Interessierten ein, sich zu informieren und eine Meinung zu bilden. Wir finden, dass die Kasseler Stadtgesellschaft JEDEN Antisemitismus klar zurückweisen sollte – egal, in welcher Ausformung, von wem und aus welcher politischen Ecke er geäußert und gegen jüdische und israelsolidarische Menschen wirksam wird. An diesem Anspruch wird sich das Bündnis gegen Rechts messen lassen müssen.

Neue Broschüre: „Kontingentflüchtling war gestern“

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In Anwesenheit ihrer Erschafferinnen Ilana Katz und Elena Padva haben wir am 7. Mai 2019 unsere Ausstellung „Kontingentflüchtling war gestern“ geschlossen. Zugleich haben wir eine Broschüre vorgestellt, die über die Geschichte der Einwanderung von Jüdinnen und Juden aus der ehemaligen Sowjetunion nach Kassel informiert und wichtige Bestandteile der Ausstellung dokumentiert. Zur Feier des Tages lasen Heiko Schimmelpfeng und Marcus Angebauer aus Geschichten, Gedichten und Briefen von glücklichen und unglücklichen Begegnungen in neuen oder alten Heimaten.

Die Broschüre kann ab sofort für einen geringen Kostenbeitrag bestellt werden.
Bitte schreiben Sie dafür an assistenz@sara-nussbaum-zentrum.de oder rufen Sie uns unter 0561-93728281 an.


Europawahlkampf: Plakat gegen Antisemitismus vorgestellt

Das Sara Nussbaum Zentrum hat am Dienstag in Kassel ein Plakat gegen Antisemitismus vorgestellt, das in der heißen Phase des Europawahlkampfs zum Einsatz kommen soll. Auf ihm zu sehen sind der Slogan „Gegen jeden Antisemitismus“ und das hebräische Schriftzeichen „Chai“ für „Leben“. Die Betrachter werden zudem aufgefordert, aktiv zu werden für eine freie, pluralistische Gesellschaft und einen QR-Code einzulesen, der zu einer Internetpräsenz mit weiteren Informationen führt. Die Startauflage beträgt 650 Stück.

Reaktion auf rechtsextremen Slogan „Israel ist unser Unglück“

Das Plakat wird vom Sara Nussbaum Zentrum in den kommenden Tagen kostenlos an Bürgerinnen und Bürger ausgegeben, die das rechtsextreme Wahlplakat mit der Aufschrift „Israel ist unser Unglück“ auf demokratische und legale Weise kontern wollen. „Dieser Slogan einer rechtsextremen Kleinpartei erinnert deutlich an eine bekannte NS-Parole“, sagte die Geschäftsführerin des Sara Nussbaum Zentrums und Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Kassel, Ilana Katz, am Dienstag in Kassel. „Als wir das erste Exemplar dieses Plakats in Nordhessen gesehen haben, war für uns klar, dass wir das nicht einfach hinnehmen werden“, sagte Katz.

„Es braucht eine sichtbare Reaktion der Demokraten“

Die jüdische Community sei erschrocken über den offenen Antisemitismus, der aus dem Slogan spreche, sagte Katz. „Es ist jetzt wirklich an der Zeit, dass Demokratinnen und Demokraten nicht nur innerlich empört sind, sondern wahrnehmbar ihren Widerstand zeigen“, sagte sie. Wo immer die unsägliche antisemitische Parole auftauche, brauche es eine sichtbare Reaktion. Die Wahlplakate der rechtsextremen Partei kämen in einer Zeit, in der die jüdische Gemeinschaft ohnehin mit wachsendem Antisemitismus zu kämpfen habe, sagte die Leiterin des Sara Nussbaum Zentrums, Elena Padva. „Wir spüren das im Alltag immer deutlicher“, sagte sie. „Jüdinnen und Juden werden immer zurückhaltender beim Zeigen ihrer Identität und die Angst nimmt zu vor feindseligen Sprüchen und auch vor Übergriffen“, sagte sie. „Jedes Plakat mit dem Chai-Zeichen in unseren Straßen ist da eine Unterstützung.“

Bei der Erstellung des Plakats wurde das Sara Nussbaum Zentrum innerhalb kürzester Zeit von sechs Partnern unterstützt. Angeschlossen haben sich die Jüdische Gemeinde Kassel, die Liberale Jüdische Gemeinde Region Kassel, die Amadeu Antonio Stiftung, die Deutsch-Israelische Gesellschaft Kassel, die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Kassel und das Mobile Beratungsteam Hessen (MBT). Das Plakat kann nach vorheriger Absprache kostenlos im Sara Nussbaum Zentrum abgeholt werden. Es wird zudem gegen Übernahme der Versandkosten auch verschickt.

Interessierte könnten sich per E-Mail (assistenz@sara-nussbaum-zentrum.de) oder Telefon (0561 93728281) an das Team des Sara Nussbaum Zentrums wenden. (alle Versandinfos)

www.sara-nussbaum-zentrum.de/plakat

Unser Foto zeigt v.l.n.r.: Markus Hartmann (DIG), Elena Padva (Sara Nussbaum Zentrum), Ilana Katz (Sara Nussbaum Zentrum, Jüdische Gemeinde Kassel), Stefan Wunsch (MBT Hessen). Foto: Martin Sehmisch

Sonderausstellung „Wissen Sie noch wer ich bin?“ eröffnet

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Unsere Leiterin Elena Padva hat am 7. April 2019 im Beisein zahlreicher Gäste die Sonderausstellung „Wissen Sie noch wer ich bin“ eröffnet. Die Schau informiert auf zahlreichen Tafeln über das Leben und Wirken der Kasseler Musikmäzenin Emmy Rubensohn. Als Unterstützerin von Musikerinnen und Musikern leistete sie in den 1920er- und 1930er-Jahren einen beachtlichen Beitrag zum Kasseler Kulturleben.

Wir danken folgenden Kooperationspartnern für die Realisierung: Archiv der deutschen Frauenbewegung, Evangelisches Forum Kassel, Gedenkstätte Breitenau, Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Kassel, Volkshochschule Region Kassel, Kasseler Kultur Forum.


Medienprojekt: „Gottesbilder“ und „Antisemitismus“

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Im letzten Halbjahr führten wir in Kooperation mit dem Freien Radio Kassel ein Radio- und Medienprojekt zu den Themen „Gottesbilder“ und „Antisemitismus“ an zwei Kasseler Schulen durch. Die Aufgabe der Schüler war es, in Gruppen die Themen zu erarbeiten und einen Beitrag in Form eines Hörspiels oder Interviews zu gestalten. Anschließend sollte das Material geschnitten und in einer selbst moderierten Radiosendung präsentiert werden. Einen Teil der Beiträge gibt es auf unserer Website zum Nachhören.

01 Zeitreise mit Sara Nussbaum

 

02 Türkisch-Jüdisches Verhältnis

 

03 Pogromnacht

04 Antisemitismus im Rap

 

05 Religion ohne Grenzen

Materialsammlung für Pädagogen – jetzt bestellen!

Rund 50 Menschen haben am 27. November 2018 an der Veranstaltung über Antisemitismus in der Schule des Sara Nussbaum Zentrums teilgenommen. Antisemitismus ist auch an Schulen und Bildungseinrichtungen Thema, nicht zuletzt dann, wenn es zu problematischen Äußerungen von Schülern kommt. Das Sara Nussbaum Zentrum hat eine kompakte Materialsammlung für Lehrkräfte entwickelt, um diese bei der Einschätzung des Themas zu unterstützen. Zentrums-Leiterin Elena Padva informierte über die Inhalte der neuen Materialsammlung „Antisemitismus heute“ für Pädagoginnen und Pädagogen. Die Mappe enthält Texte zu fünf Themenbereichen, darunter zu den Fragen, wie Antisemitismus heute auftritt und welche Methoden empfehlenswert sind.

Anschließend referierte Dr. Rosa Fava von der Amadeu Antonio Stiftung über Ausformungen von Antisemitismus. Statements gab es von der Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Kassel, Ilana Katz, und dem Leiter der Informationsstelle Antisemitismus Kassel (ISAK), Martin Sehmisch. Auch das Publikum beteiligte sich rege.

Lehrkräfte aus Hessen können die kompakte Materialsammlung ab sofort per E-Mail bestellen (assistenz@sara-nussbaum-zentrum.de). Bitte geben Sie neben Ihrem Namen und Ihrer Anschrift auch die Einrichtung an, für die Sie tätig sind. Wir freuen uns über Ihr Interesse!


haskala – Magazin aus dem Sara Nussbaum Zentrum

 

Haskala_Wortmarke

 

Die Printausgabe ist inzwischen leider vergriffen und kann nicht mehr bestellt werden. Die digitale Version ist hier abrufbar: haskala 1/2019 als PDF

Im Dezember 2018 erschien die erste Ausgabe des Magazins „haskala“. Das Druckwerk im Artsize-Format soll künftig interessante Aspekte der Arbeit des Zentrums aufzeigen, gesellschaftliche Debatten bereichern und zivilgesellschaftliche Akteure zu Wort kommen lassen.

„Unser Magazin wird jüdische Perspektiven in die Öffentlichkeit tragen und mit gesellschaftlichen Debatten verzahnen“, sagte die Geschäftsführerin des Sara Nussbaum Zentrums, Ilana Katz, in Kassel. Die 20-seitige Pilotausgabe widmet sich Themen wie Hate Speech, Antisemitismus im Alltag und den Unterschieden zwischen Judenhass und Rassismus. Enthalten ist zudem eine Reportage über das Duo „Selam & Shalom“, das im Rahmen eines Projekts des Sara Nussbaum Zentrums jüdische und alevitische Musik verknüpft und Schüler zum Nachdenken über Identität und Gleichheit anregt.

„Wir haben festgestellt, dass bestimmte Aspekte unserer Tätigkeit medial kaum vermittelt werden“, sagt haskala-Redaktionsleiter Martin Sehmisch. Das eigene journalistische Format soll dem Team des Sara Nussbaum Zentrums daher nun neue Spielräume erschließen. „Gleichzeitig möchten wir an der Schaffung einer regionalen Öffentlichkeit mitwirken, die Freiheit und Demokratie für wichtige gesellschaftliche Werte hält, die es zu verteidigen gilt“, so Sehmisch. Demokratie, Rechtsstaat und Pluralismus seien derzeit einem enormen Stresstest ausgesetzt. „Da brauchen wir auch journalistische Formate, die nach Gemeinsamkeiten suchen und dabei nicht Unterschiede verwischen, sondern verständlich machen, und auch debattierfreudig sind“, sagt er.

Kontakt: Martin Sehmisch (Redaktionsleitung), redaktion@haskala-online.de

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