Seminar: „Gefährliche Welterklärung“

Gefährliche Welterklärung: Personalisierender Antikapitalismus im gewerkschaftlichen Kontext und seine Nähe zum Antisemitismus

Montag, 20. Juni 2016
14 bis 20 Uhr (geöffnet ab 13.30 Uhr)
Ort: Sara Nussbaum Zentrum Kassel
Anmeldeschluss: 3. Juni 2016

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Vortrag: Zeitgenössische israelische Kunst

Vortrag von Sofia Sokolov in Kooperation mit der DIG

Donnerstag, 16. Juni 2016, 18:30 Uhr, Ort: Sara Nussbaum Zentrum

Kaum ein anderes Land ist in den vergangenen 50 Jahren von den Gegensätzen verschiedener Nationalitäten, Religionen, Ideologien und Identitäten geprägt worden wie Israel. Genau Sokolovdeshalb trifft man in diesem kleinen Land auf eine so kreative Vielfalt an Künstlern. Bei dem Vortrag wird es um die Gründung der ersten Kunstakademie in Israel gehen und über dessen Professoren und Schüler. Wie beeinflussten die Zuwanderer die Stilrichtung im Nahen Osten und welche Stellung hat die israelische Kunst auf den Europäischen Markt?

Einer der zentralsten Fragestellungen ist dabei, inwiefern und ob überhaupt sich der Wunsch nach Frieden im Gelobten Land auf die Kunst auswirkt?

Sofia Sokolov wurde 1987 in Kiev geboren. Sie hat Kunstgeschichte und Kulturwissenschaften in Bochum studiert und in zahlreichen Galerien und Museen gearbeitet, zuletzt im Tel Aviv museum of art. Sofia Sokolov ist Leiterin des Janusz Korczak Hauses in Duisburg.

Eintritt frei

Aufzeichnung: Eva Schulz-Jander im Gespräch

Unsere Veranstaltung „Eva Schulz-Jander im Gespräch mit Thomas Ewald“ vom 21. Januar 2016 können Sie jetzt nachhören.

Dr. Eva-Maria Schulz-Jander, amerikanische Staatsbürgerin, war viele Jahre Geschäftsführerin der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Kassel. Auf Bundesebene ist sie die katholische Vorsitzende des Koordinierungsrates. Frau Schulz-Jander ist eine feste Größe im Kasseler Kulturgeschehen. Als Vortragende, Autorin, Moderatorin und Initiatorin vieler Veranstaltungen und als vhs-Dozentin ist sie in der Stadtöffentlichkeit präsent. Oberbürgermeister Bertram Hilgen hat sie im Jahr 2005 mit der Goldenen Ehrennadel und 2014 mit dem Wappenring der Stadt Kassel ausgezeichnet.

Während der sehr gut besuchten Veranstaltung hat Thomas Ewald sie nicht nur über ihr Leben und Wirken in Kassel befragen, sondern auch über ihre Herkunft aus Breslau als Tochter einer Katholikin und eines deutschen Juden. Das Überleben im Nationalsozialismus, die Emigration 1950 und der Neuanfang in Houston, Texas, sind zur Sprache kommen.

Audio: Eva Schulz-Jander im Gespräch mit Thomas Ewald

Sprachkurs „Hebräisch für Anfänger“ startet am 2. Februar

1601KursAm Dienstag, 2. Februar, startet der Sprachkurs „Hebräisch für Anfänger“. Auf dem Plan stehen: Erlernen der Schreib- und Druckschrift einschließlich der Vokalzeichen, leichte Schreib- und Leseübungen, Hören und Sprechen kurzer Sätze im Dialog sowie leichte Hörverständnisübungen. Die Einheiten beginnen dienstags um 18 Uhr und dauern rund 90 Minuten. Gebühr: 25 Euro/Monat.

„Informationsstelle Antisemitismus Kassel“ nimmt Arbeit auf

Das Sara Nussbaum Zentrum für Jüdisches Leben dokumentiert ab sofort antisemitische Übergriffe, Straftaten und Vorfälle im Raum Kassel. „Wir haben uns dafür entschieden, nachdem es im Herbst 2015 innerhalb eines Monats zwei eindeutig antisemitische Übergriffe in Kassel gegeben hat“, sagte die Gründerin des Sara informationsstelleFBNussbaum Zentrums, Ilana Katz. „Nach unserer Erfahrung werden diese Angriffe auf Juden und Unterstützer Israels häufig nicht bei der Polizei angezeigt“, sagte Katz, die auch Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Kassel ist. „Umso wichtiger ist es, dass wir als jüdische Einrichtung und Teil der Zivilgesellschaft diese Informationen zusammentragen und öffentlich zugänglich machen.“ Die neue Anlaufstelle wird unter dem Namen Informationsstelle Antisemitismus Kassel arbeiten. Die Jüdische Gemeinde Kassel und die Liberale Jüdische Gemeinde Nordhessen sind als Kooperationspartner an dem Projekt beteiligt. Die Informationsstelle wird zudem durch den DGB Nordhessen und den Pflegedienstleister PSH unterstützt. Sie ist durch eine Kooperationsvereinbarung mit der Berliner Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) bundesweit vernetzt. Die Leitung der Informationsstelle übernimmt der Soziologe und Journalist Martin Sehmisch (37).

Problem wird beschrieben, „die Lösung muss von vielen kommen“

Man beteilige sich mit der Schaffung der Informationsstelle in Kassel an der Beschreibung der Problemlage, sagte Sehmisch. „Die Lösung kann nur von vielen gesellschaftlichen Akteuren gemeinsam geleistet werden“, sagte er. Hier seien neben Polizei und Justiz auch zivilgesellschaftliche Akteure, Bildungseinrichtungen, Arbeitgeber, Gewerkschaften und jeder einzelne Mensch gefordert. „Gemeinsam sollten wir daran arbeiten, den Antisemiten die roten Karte zu zeigen und die freie Gesellschaft zu verteidigen“, sagte er.

Übergriffe gelangen bislang nur selten an die Öffentlichkeit

Bei der Veröffentlichung unterscheidet die Informationsstelle Antisemitismus zwischen Meldungen, die direkt von Betroffenen eingereicht wurden, und solchen, die aus öffentlich verfügbaren Quellen stammen. Ob ein Vorfall als antisemitisch einzustufen ist werde man anhand nachvollziehbarer und wissenschaftlich fundierter Kriterien entscheiden. Klar sei, dass die Chronik nie vollständig sein werde. „Bisher gelangen die Übergriffe nach unserem Eindruck aber nur sehr selten an die allgemeine Öffentlichkeit – das wollen wir ändern“, sagte Sehmisch.

Betroffene können in mehreren Sprachen Kontakt aufnehmen

Betroffene und Zeugen könnten sich per E-Mail (informationsstelle@sara-nussbaum-zentrum.de) in mehreren Sprachen an das Zentrum wenden und ihre Erlebnisse schildern. Nach Vereinbarung sind auch persönliche Gespräche möglich. Derzeit wird die Bearbeitung deutscher, englischer und russischer Einsendungen gewährleistet. Als goldene Regel gilt dabei für die Informationsstelle Antisemitismus: „Wir veröffentlichen Information nur, wenn die Übermittler sie freigeben.“ Eine weitergehende Beratung von Betroffenen kann derzeit noch nicht geleistet werden. So kann etwa keine psychologische und keine Rechtsberatung angeboten werden. „Diese für die Betroffenen sicherlich wichtigen Aspekte können wir im Moment leider nicht abdecken“, sagte Martin Sehmisch. Die dafür notwendigen Strukturen fehlten ebenso wie die Finanzierung. „Die von uns vorgesehene Erfassung von Vorfällen ist dabei durchaus auch als Bedarfserhebung für den Aufbau solcher Strukturen in unserer Region zu sehen“, sagte er. Trotz dieser Einschränkung werde aber auch die reine Erhebung und Veröffentlichung der Fälle den Betroffenen den Rücken stärken. „Das ist ein wichtiger erster Schritt“, sagte Sehmisch.

Betroffen sind auch Nichtjuden und Unterstützer Israels

Der Leiter der Informationsstelle betonte, dass Opfer von antisemitischen Übergriffen nicht zwangsläufig Juden seien. „Es genügt häufig, in irgendeiner Weise positiv auf Israel Bezug zu nehmen“, sagte er. Zudem würden die Adressaten der Übergriffe teilweise auch irrtümlich für Juden gehalten. Hinweise für Betroffene, etwa zu benötigten Angaben, gibt es in den oben genannten Sprachen auf dieser Internetseite. Auf Facebook ist die Informationsstelle ebenfalls vertreten: facebook.com/informationsstelleantisemitismus

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Aufzeichnung: Diskussion „Stolpersteine kontrovers“

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Stolperstein im Philosophenweg in Kassel

Bundesweit erinnern zehntausende Stolpersteine an Menschen, die von den Nationalsozialisten verfolgt, deportiert und ermordet wurden. Die Stolpersteine sind sowohl Kunstprojekt als auch Gedenkform und Anlass für Erinnerung und Versöhnung. Zugleich sind sie umstritten. Kritiker halten die Stolpersteine nicht für eine adäquate Form der Erinnerung an die Judenvernichtung. Nicht zuletzt werfen auch antiisraelische Aktivitäten von Mitgliedern des Vereins „Stolpersteine in Kassel“ die Frage auf, wie die Haltung der Aktivisten zum jüdischen Staat Israel ist.

Wir haben unter dem Titel „Stolpersteine kontrovers“ am 26. November 2015 im Sara Nussbaum Zentrum diskutiert. Gesprächspartner waren Jonas Dörge (Bündnis gegen Antisemitismus Kassel) und Christopher Willing (Jüdische Liberale Gemeinde Nordhessen).

Die Veranstaltung wurde von der Jüdischen Gemeinde Kassel, der Jüdischen Liberalen Gemeinde Nordhessen und dem Sara Nussbaum Zentrum für Jüdisches Leben gemeinsam organisiert. Der Verein „Stolpersteine in Kassel“ war im Vorfeld ebenfalls eingeladen worden, einen Vertreter zu schicken, zeigte sich aber nicht kooperativ und war deshalb an diesem Abend  nicht vertreten.

Audio: Stolpersteine kontrovers (26. November 2015)

Erstveröffentlichung: Kurzgutachten der Amadeu-Antonio-Stiftung zu der Frage, ob die Rede von Ulrich Restat in am 15. August 2014 in Kassel antisemitisch war. Restat hatte als Redner bei einer anti-israelischen Demonstration gesprochen und war dort in seiner Funktion als Gründungsmitglied des Vereins Stolpersteine in Kassel angekündigt worden.

Weiteres Material:
Als antisemitisch kritisierte Rede von Ulrich Restat
Jüdische Rundschau (Oktober 2014) über die Vorgänge in Kassel
Radio-Sendung über Stolpersteine in Kassel

Nach Paris: Ein Kampf für Normalität 

paris

20. November 2015

Von Martin Sehmisch

Wir sind vor die Herausforderung gestellt, auf die bestialischen Anschläge islamistischer Terroristen in Paris die richtigen Antworten zu finden. Viele Menschen haben mit Anteilnahme und Solidarität reagiert, als sie in sozialen Netzwerken ihre Profilbilder in die Farben der französischen Trikolore kleideten. Diese symbolischen Handlungen tragen ein wichtiges Bekenntnis in sich: „Es geht mich an!“ Klar ist: Symbole werden nicht ausreichen. Die Herausforderung wird andauern, auch wenn in einigen Tagen oder Wochen neue Profilbilder gepostet werden. Sicherheitsexperten sprechen davon, dass uns eine „langanhaltende Abwehrschlacht“ gegen islamistischen Terrorismus bevorsteht. Zu ihr müssen wir alle etwas beitragen, und darauf sollten wir uns nun vorbereiten. Aber wie?

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Führungen durch unsere Ausstellungen

Foto: Victor Zvarun

Die Leiterin des Sara Nussbaum Zentrums, Elena Padva, bei einer Führung durch die Ausstellungsräume.

Nach unserer Eröffnung am 23. Juli 2015 gibt es ein reges Interesse an Führungen durch die Ausstellungen im Sara Nussbaum Zentrum. Das Zentrum ist sonntags von 11 bis 18 Uhr für die Öffentlichkeit zugänglich. Sonntags gibt es um 15 Uhr zudem eine Führung durch alle Ausstellungen. Für diese Führung ist keine Anmeldung erforderlich – kommen Sie einfach dazu!

Individuelle Termine sind möglich

Sie können unsere Dauer- und Wechselausstellungen als Gruppe (mindestens fünf, maximal 20 Personen) zudem nach Vereinbarung auch zwischen Montag und Freitag besichtigen. Bitte nehmen Sie dafür rechtzeitig Kontakt mit uns auf und schreiben Sie eine E-Mail an info@sara-nussbaum-zentrum.de. Wir freuen uns über Ihr Interesse! Wir erheben für individuelle Führungen einen geringen Kostenbeitrag in Höhe von 2 Euro pro Person (Kinder und Jugendliche: 1 Euro).