Interview: „AfD ist die falsche Partei für Juden“

MichelFriedmanMichel Friedman gehört zwar nicht mehr dem Zentralrat der Juden an, aber er ist einer der prominentesten Sprecher des deutschen Judentums, der sich immer gegen den Antisemitismus wandte.

Ist die AfD ein Ort für Juden?

Die AfD ist eine Partei, in der Judenhass und die Relativierung des Holocaust in Teilen der Führung ein Zuhause hat. Sie ist autoritär und antidemokratisch. Deswegen ist diese Partei nicht nur für Juden, sondern für jeden Demokraten der falsche Ort.

Worauf stützen Sie Ihre Behauptung?

Der AfD-Vorsitzende Alexander Gauland nannte Hitler und die Nazis einen Vogelschiss in der Geschichte. Björn Höcke, der AfD-Fraktionsvorsitzende im thüringischen Landtag, forderte eine 180-Grad-Wende bei der Betrachtung des Dritten Reiches. Das Holocaust-Denkmal in Berlin hat er als Mahnmal der Schande bezeichnet. Da muss man doch wohl von einer Relativierung des Holocaust sprechen.

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Neues Workshop-Angebot: „Selam & Shalom“

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Ab sofort bietet das Sara Nussbaum Zentrum den interkulturellen musikalischen Workshop „Selam & Shalom“ an. Er richtet sich an Kinder- und Jugendgruppen und ist für alle Schulformen und Altersstufen geeignet.

Kulturelle Vielfalt bereichert den Schulalltag, sorgt aber auch für Missverständnisse und Schwierigkeiten im täglichen Umgang. Durch das gemeinsame Musizieren entsteht eine vertrauensvolle Atmosphäre, die eine gute Voraussetzung für ein offenes Gespräch ist. Auf Grundlage der allgemein gültigen Menschenrechte wird ein Raum geschaffen, um über die unterschiedlichen Formen von Menschenfeindlichkeit und Vorurteile frei zu sprechen, Fragen zu stellen und sich mit Inhalten kritisch auseinanderzusetzen.

Das Ziel des Workshops ist die Erweiterung des Verständnisses von unbekannten oder als fremd empfundenen Identitäten sowie die Bewusstmachung von Gemeinsamkeiten über religiöse und weltanschauliche Überzeugungen, Prägungen und Zugehörigkeiten hinweg.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bekommen Musikinstrumente und wirken beim Musizieren aktiv mit. Gemeinsam werden Lieder auf Türkisch, Hebräisch, Jiddisch und Deutsch gesungen. In Absprache mit begleitenden Lehrkräften können die Inhalte des Workshops an die teilnehmenden Kinder bzw. Jugendlichen angepasst und bei Bedarf um weitere Angebote aus unserem Programm erweitert werden.

Referenten: Elena Padva (Gesang, Gitarre), Leiterin des Sara Nussbaum Zentrums, und Attila Günaydin (Gesang, Baglama), Musiklehrer für das Fach Saz/Baglama
Dauer: ca. 90 Minuten
Teilnehmerzahl: max. 30 Teilnehmer inkl. Lehrpersonal
Ort: nach Wunsch im Sara Nussbaum Zentrum oder in Ihrer Schule
Buchung über: info@sara-nussbaum-zentrum.de

Positive Bilanz des Pilotprojekts „Together“

Die Kinder- und Jugendhilfe Haus „Carl Sonnenschein in Fritzlar, deren Träger der Caritasverband-Fulda ist und das Sara Nussbaum Zentrum haben eine positive Bilanz des Pilotprojekts „Together“ gezogen. Im Rahmen des neu entwickelten Formats hatten sich 15 Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 16 Jahren ein halbes Jahr lang regelmäßig getroffen, um Themen rund um Migration zu bearbeiten.

Die Teilnehmer aus Ländern wie Afghanistan, Syrien, Albanien und Eritrea besuchten die Ausstellungsräume des Sara Nussbaum Zentrums in Kassel und die Gedenkstätte Breitenau. „Im Vordergrund standen zudem Begegnung, Gespräche und eigene Migrationsgeschichten der Teilnehmer“, sagte die Leiterin des Sara Nussbaum Zentrums, Elena Padva. Bei den monatlichen Treffen gab es zudem immer einen musikalischen Teil mit den Musikern des Duos „Selam & Shalom“ mit jüdischen und alevitischen Liedern sowie ein gemeinsames Essen. „Wir haben dieses Pilotprojekt gemeinsam mit dem Sara Nussbaum Zentrum entwickelt, weil wir einen Wissensbedarf bezüglich der kulturellen und geschichtlichen Kontexte im Judentum bei den von uns zu betreuenden Kindern und Jugendlichen entdeckt haben“, sagte die Leiterin der Kinder- und Jugendhilfe Haus „Carl Sonnenschein“, Ulla Mex. Bei den jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmern sei „Together“ sehr gut angekommen.

Padva und Mex dankten dem hessischen Landesverband der Deutschen Jugend in Europa für einen finanziellen Beitrag, der das Angebot mit ermöglicht hat. „Die Erfahrungen sind so gut, dass wir nun gemeinsam überlegen werden, ob wir das Projekt im Herbst fortsetzen“, sagte Elena Padva.

„Augen auf“: Museumsnacht 2018

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Führung durch die Sonderausstellung „Kontingentflüchtling war gestern“ mit Elena Padva

Wir haben uns sehr gefreut, im Rahmen der Museumsnacht Kassel zahlreiche Besucherinnen und Besucher bei uns im Sara Nussbaum Zentrum zu begrüßen. Im Rahmen von Führungen und einem musikalischen Programm konnten wir die interessierten Gäste unterhalten und informieren. Hier einige fotografische Eindrücke von den Führungen durch unsere Ausstellungen.

 

ISAK wird auch im Jahr 2018 gefördert

Die Arbeit der Informationsstelle Antisemitismus Kassel für die Erfassung und Veröffentlichung antisemitischer Vorfälle in Hessen wird auch im Jahr 2018 von der Amadeu Antonio Stiftung gefördert. Das Team des Sara Nussbaum Zentrums freut sich und dankt den Kolleginnen und Kollegen für die Unterstützung!

#Antisemitismus #Empowerment

Antisemitische Vorfälle melden!
Telefon 0561 93728281

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Neue Broschüre: Zwischen Anfeindung und Solidarität

CoverUnsere neue Broschüre zur Situation der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland kann ab sofort bestellt werden. Sie enthält zahlreiche Stimmen und Einschätzungen aus der jüdischen Community, dokumentiert die Ausstellung „Kein Sommermärchen“ über israelbezogenen Antisemitismus und bietet zudem wichtige Fachartikel.

„Zwischen Anfeindung und Solidarität“ ist für Multiplikatoren aus Bildungsarbeit, Schule, Politik und Verwaltung ebenso geeignet wie für Schülerinnen und Schüler, Studierende und die interessierte Öffentlichkeit.

Mit Beiträgen von Ilana Katz​, Martin Sehmisch​, Elena Padva Katz​, Sergey Lagodinsky​, Junges Forum DIG Kassel

Die Herausgabe der Publikation wurde gefördert im Rahmen des Landesprogramms „Hessen aktiv für Demokratie und gegen Extremismus“. Hinweise zur Bestellung finden Sie hier: http://sara-nussbaum-zentrum.de/anfeindungsolidaritaet/

„Ohne Visum zur Welt gekommen: Rose Ausländer“

RoseLesung und Musik
Sonntag, 22. April 2018, 17 Uhr
Sara Nussbaum Zentrum

Ein Lebensbild in Gedichten
Rose Ausländer gehört zu den bedeutendsten Lyrikerinnen deutscher Sprache. Sie wurde 1901 in Czernowitz (Bukowina) geboren, überlebte die Jahre 1941 bis 1944 dort im Getto. 1946 wanderte sie in die USA aus und kehrte 1964 nach Deutschland zurück, wo sie vor 30 Jahren starb. Sie erhielt zahlreiche Preise sowie das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik.
Ein lebenslanger Traum Rose Ausländers war der Traum vom Reisen: fremde Länder, Landschaften, Städte wollte sie sehen und erleben, Menschen kennenlernen. Stattdessen wurde sie hin- und hergeworfen zwischen Kontinenten, floh von Land zu Land und musste den Menschen als des Menschen Feind fürchten. Überall träumte sie vom Land ihrer Kindheit am Pruth, vom Frieden auf der Welt. Und überall schrieb sie Gedichte, deren klare, ungekünstelte, aber ausdrucks- und wirkungsstarke Sprache faszinieren. Rose Ausländer – ein Name wie ein Omen – wurde die Sprache zur Heimat.

Gudrun Sander Rezitation und biografische Erläuterungen
Lili Gilmanova Klavier
Yanhui Liu Klarinette
Eintritt: 5 Euro

Junge Muslime in Auschwitz. Vortrag von Burak Yilmaz am 21. März 2018.

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Mittwoch, 21. März 2018, 18.30 Uhr
Sara Nussbaum Zentrum, Eintritt: 5/3 Euro

Wie kann jungen Muslimen die nationalsozialistische Judenvernichtung vermittelt werden? Der Vortrag „Junge Muslime in Auschwitz“ präsentiert einen neuen Ansatz der historischen Bildungsarbeit, der Wege einer gemeinsamen Erinnerungskultur zeigt. Nach einer kurzen Einführung in die Entstehung des Projekts und die Lebenswelt der mitwirkenden muslimischen Jugendlichen werden zentrale pädagogische Methoden des Projekts vorgestellt. Zudem werden bereits durchgeführte Gedenkstättenfahrten sowie auftretende Prozesse und Konflikte bei den Teilnehmenden reflektiert. Am Ende des Vortrages erfolgt eine Aussicht auf Handlungskompetenzen, die nicht nur wichtige Impulse und Denkanstöße für die pädagogische Arbeit geben sollen, sondern auch für Politik und Zivilgesellschaft. Der Vortragende Burak Yilmaz (Duisburg) ist Pädagoge und Leiter des Projekts „Junge Muslime in Auschwitz“.

Schoah: Alles schon vorbei? (Gespräch am 14. März 2018)

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Die Schoah betrifft auch die Nachgeborenen. (Foto: Helena Schätzle)

Mittwoch, 14. März 2018, 18 Uhr
Bundessozialgericht, Kassel

Die Verbrechen des Holocaust sind vorbei, aber die Folgen sind bis in die dritte Generation der Nachfahren von Überlebenden zu spüren. Im Rahmen der Ausstellung „Leben nach dem Überleben“ im Bundessozialgericht in Kassel organisieren wir einen Gesprächsabend über die Folgen der Shoah für die nachfolgenden Generationen mit

Ilana Katz (Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Kassel)
Gabriela Katz (Schülerin)
Sharon Ryba-Kahn (Regisseurin)

Einführung und Moderation: Lukas Welz, Vorstandsvorsitzender von Amcha Deutschland

Ausstellungseröffnung: Leben nach dem Überleben

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Pnina Kazir am 28. Februar 2018 in Kassel

In Anwesenheit von zahlreichen Gästen haben wir am 28. Februar die Ausstellung „Leben nach dem Überleben“ von Amcha Deutschland im Bundessozialgericht in Kassel feierlich eröffnet. „Die Nationalsozialisten brachten nicht nur zahllose Menschen um, sondern viele auch an den Rand ihres Lebens“, sagte die Geschäftsführerin des Sara Nussbaum Zentrums, Ilana Katz, in ihrer Eröffnungsrede. Diese Menschen mussten, wie der Ausstellungstitel sagt, „Leben nach dem Überleben“. „Sie traten einen weiten Weg an zurück in ein Leben, das von grundauf erschüttert war“, sagte Katz. „Sie hatten zwar überlebt, aber sie mussten nun gegen die erlittenen Traumata kämpfen, gegen Alpträume, gegen die empfundene Schmach.“

Antisemitismus auch heute ein Problem

Katz kam auch auf die Aktualität von Antisemitismus zu sprechen. „Leider gibt es Indizien dafür, dass Antisemitismus wieder salonfähig wird“, sagte sie. Dafür sprächen „Meinungen, die man auf der Straße, am Arbeitsplatz und im Freundeskreis hört“. Es gebe Vorfälle in der Umgebung jüdischer Einrichtungen und in den Schulen sei „Jude“ eine gängige Beleidigung. Dass Antisemitismus auch heute noch ein Problem ist betonte neben Katz auch der Präsident des Bundessozialgerichts, Rainer Schlegel. Dies finde auch in Äußerungen über Israel Ausdruck.

Überlebende Pnina Kazir aus Israel angereist

Die Künstlerin Helena Schätzle, auf deren Arbeit die Ausstellung basiert, und die Überlebende Pnina Kazir ergriffen als Beteiligte ebenfalls das Wort. Kazir war für ihre Teilnahme eigens aus Israel angereist. Es gehe darum, sich jederzeit für das Gute zu entscheiden, sagte Schätzle. Pnina Kazir berichtete von ihren Erlebnissen im Ghetto und war nach dem Ende der Feier noch lange von Gästen umringt, die mir ihr ins Gespräch kamen.

Öffnungszeiten

Die Ausstellung „Leben nach dem Überleben – Überlebende des Holocaust und ihre Familien in Israel“ ist ab heute für die Öffentlichkeit im Bundessozialgericht in Kassel zugänglich (Mo-Do 9-16, Fr 9-14 Uhr). Der Eintritt ist frei. Wir danken den Hauptsponsoren Volkswagen und Kasseler Sparkasse sowie zahlreichen weiteren Sponsoren und Unterstützern.


 

Zum Weiterlesen

„Wenn heute viele sagen, die Verbrechen der Nationalsozialisten seien doch lange vorbei, dann antwortet diese Ausstellung: Mag sein, aber in den Überlebenden sind die Folgen dieser Verbrechen bis heute wirksam.“ zu hessenschau.de

„Wir möchten besonders junge Menschen erreichen und sind deshalb froh, dass bereits einige Schulklassen für einen Besuch angemeldet sind.“ zu lokalo24.de