Bernd Winter „Verloren in der Fremde“ am 7. Mai um 17 Uhr

Verloren in der Fremde

Jüdische Schriftsteller wurden von den Nazis aus Deutschland vertrieben. Sie vernichteten ihre Existenz, verdrängten sie aus dem öffentlichen Leben, beraubten sie nach und nach ihrer Rechte und verbrannten ihre Bücher. Viele Juden emigrierten – für viele war es die letzte Möglichkeit, sich durch die Flucht zu retten. Wie gingen diese Schriftsteller mit ihrem Schicksal um, die Heimat zu verlieren? Bernd Winter versucht in seinem neuen Programm »Verloren in der Fremde« eine Antwort zu finden, indem er die Stationen ihres Lebens nachspürt.

Finissage „Kein Sommermärchen“ am 14. Mai 2017

1705FinissageSonntag, 14. Mai 2017, 17 Uhr
Sara Nussbaum Zentrum Kassel
Eintritt frei

Nach den israelfeindlichen Demonstrationen im Sommer 2014 klärte im Sara Nussbaum Zentrum die Ausstellung »Kein Sommermärchen« über aktuellen Antisemitismus auf. Auch die Europäischen Janusz Korczak Akademie (EJKA) erstellte eine Ausstellung, »Exodus – Europa ohne Juden?«. Am 14. Mai wird »Kein Sommermärchen – Israelbezogener Antisemitismus im Sommer 2014« nach zwei Jahren geschlossen. Dazu gibt es ein Werkstattgespräch mit Valeriya Golodyayevska (EJKA), Ilana Katz (Jüdische Gemeinde Kassel), Elena Padva (Sara Nussbaum Zentrum) und Martin Sehmisch (Informationsstelle Antisemitismus Kassel).

Wir fragen: Was hat die Ausstellungsmacher dazu gebracht, den Sommer 2014 auf diese Form nachzubereiten? Welche Hoffnungen waren mit der Erstellung der beiden Ausstellungen verbunden? Welches Publikum kam – und wie reagierten die Menschen? Waren die Ausstellungen „erfolgreich“?

Unser Programm April bis Juni 2017

Programmvorschau
Das Sara Nussbaum Zentrum und die Informationsstelle Antisemitismus Kassel haben ein gemeinsames Programmheft für das 2. Quartal (April bis Juni 2017) herausgebracht. Sie können die Veranstaltungsübersicht hier als PDF-Datei herunterladen. Alternativ klicken Sie bitte auf das Vorschaubild links.

Seminar: Die israelische Demokratie und der Nahostkonflikt

1706SeminarSonntag, 11. Juni 2017, 11 bis 18.30 Uhr
Synagoge Felsberg (Ritterstraße 3)
Teilnahme kostenlos, Plätze begrenzt
Anmeldung: Telefon 0561 73962219 oder informationsstelle@sara-nussbaum-zentrum.de

Das Seminar richtet sich an Lehrer/innen, Pädagog/innen, Sozialarbeiter/innen, Dozent/innen, Aktive in Gewerkschaften, Parteien, Religionsgemeinschaften und alle interessierten Gruppen, die mit Israelfeindlichkeit bzw. Antisemitismus konfrontiert sind und sich Grundlagenwissen zu Israels Geschichte und politischem System erarbeiten möchten. Der Fokus des Seminars liegt darauf, Israel als demokratischen Staat vorzustellen, dessen jüdisch-nationale Gründungsbewegung – der Zionismus – im 19. Jahrhundert entstanden ist und nach der Schoah in eine Staatsgründung mündete. Das Seminar soll die Handlungssicherheit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Umgang mit israelfeindlichen und antisemitischen Äußerungen stärken.

Weitere Informationen

In Kooperation mit der Synagoge Felsberg und dem Evangelischen Forum Schwalm-Eder

„Leben nach dem Überleben“: Machen Sie mit!

Zwi und Regina Steinitz in Tel Aviv. Zitat von Zwi. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, wie ein Vater sein Kind liebkosen und gleichzeitig jüdische Kinder ermorden, die eigene Frau umarmen, küssen und gleichzeitig ihm unbekannte, völlig unschuldige Frauen in die Gaskammer schicken oder an einer Grube niederschießen konnte.

Zwi und Regina Steinitz in Tel Aviv. Zitat von Zwi: „Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, wie ein Vater sein Kind liebkosen und gleichzeitig jüdische Kinder ermorden, die eigene Frau umarmen, küssen und gleichzeitig ihm unbekannte, völlig unschuldige Frauen in die Gaskammer schicken oder an einer Grube niederschießen konnte.“ (Foto: Helena Schätzle für AMCHA Deutschland)

Heute, am 27. Januar, ist der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Wir erinnern an die Menschen, die von den Nationalsozialisten ermordeten wurden. Die Trauer angesichts der zahllosen Leben, die brutal beendet wurden, ist schwer in Worte zu fassen. Zugleich werden die Gegner der Erinnerungskultur lauter. Aber es ist doch völlig klar: Wir brauchen auch künftig eine Erziehung für die Achtung der Menschenrechte. Wir brauchen auch künftig eine wirksame Bildungsarbeit über die Shoah.

Dass viele Nutzer sozialer Medien in diesen Tagen unter dem Hashtag #weremember ihren Willen zeigen, die Erinnerung wach zu halten, macht Mut. Wir laden deshalb dazu ein, mitzuwirken an unserer Bemühung, die Ausstellung „Leben nach dem Überleben. Überlebende des Holocaust und ihre Familien in Israel“ nach Kassel zu holen (http://amcha.de/ausstellung/). Sie zeigt Überlebende des Holocaust und ihre Familien in Israel. Diese Menschen haben die Shoah überlebt und ringen jeden Tag mit Erinnerungen und Traumata. Anhand dieser konkreten Menschen erfahren die Besucher der Ausstellung, was die Shoah auch heute noch für die Überlebenden bedeutet.

auswartiges_amt_05Wir glauben, dass die Ausstellung einen wichtigen Beitrag zur zeitgemäßen Vermittlung leisten kann und möchten sie deshalb im Frühjahr 2018 in Kassel zeigen. Sie können an dem Projekt mitwirken, indem Sie
– sich an den Kosten beteiligen (www.betterplace.org/p51938),
– uns ehrenamtlich bei Organisation und Durchführung der Ausstellung und des Begleitprogramms unterstützen (schreiben Sie uns: ms@sara-nussbaum-zentrum.de) oder
– Ihre Ideen beisteuern und Ihre Community, Studiengruppe oder Schulklasse mit diesem Projekt verbinden.

Das Foto oben zeigt Zwi Steinitz und Regina Steinitz (geb. Anders). Beide überlebten die Shoah, Zwi in verschiedenen Ghettos und Konzentrationslagern, darunter Auschwitz, Buchenwald und Sachsenhausen, Regina im Versteck in Berlin. Sie leben in Tel Aviv und nehmen die Hilfe von AMCHA wahr.

Der gesegnete Ort: Jüdische Erzählungen und Lieder

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Die Veranstaltung wird mit Bildern von Carola Justo illustriert.

Sonntag, 26. März 2017, 17 Uhr

Carola Justo (Rezitation)
Duo „Selam Shalom“: Elena Padva (Gesang, Gitarre), Attila Günaydin (Gesang, Baglama)
Eintritt: 5 Euro

Die Bilderausstellung von Carola Justo dauert bis zum 10. April 2017 und kann sonntags von 13 – 18 Uhr und nach Vereinbarung besichtigt werden.  www.carola-justo.de

„Zwei Liedermacher – zwei Epochen“

Sonntag, 12. März 2017, 17 Uhr.

RubanskyiOleg Rubanski aus Kiew singt zur Gitarre Lieder von Alexander Wertinski und Semen Kats.
Der Asteroid 3669 wurde nach ihm benannt: Alexander Wertinski, 1889 geborener berühmter russischer Schauspieler, Sänger, Poet und Kabarettist. Mit seinen Liedern begeisterte er das Publikum nicht nur in seiner Heimat, die er bald nach der Oktoberrevolution verließ. Tourneen machten ihn bekannt in Westeuropa, Amerika, China, Nahost. Was kaum einer weiß: Die Melodie des Welthits „Those were the days“ stammt von ihm!
Semen Kats emigrierte 1992 aus Kiew nach Kassel. Er beeinflusste mit seinen melancholisch-humorvollen Liedern eine ganze Generation jüngerer russischer „Barden“. Kats gründete vor 20 Jahren den Kasseler Bardenclub und war über viele Jahre im Vorstand der jüdischen Gemeinde Kassel tätig.
Alle Texte werden auch auf Deutsch vorgetragen von Gudrun Sander.

„Den Himmel berühren“ – Bilderausstellung von Carola Justo

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Vernissage findet am Sonntag, 26. Februar 2016 um 17 Uhr statt.

Begrüßung: Elena Padva
Einführung in die Werke: Carola Justo
Musik: Lilia Gilmanova, Klavier

Die Ausstellung dauert bis zum 10. April 2017 und kann sonntags von 13 – 18 Uhr besichtigt werden.                                                                      www.carola-justo.de


Zusatzveranstaltung:  „Der gesegnete Ort“
– Jüdische Märchen und Erzählungen, vor-getragen von Carola Justo und musikalisch begleitet von Elena Padva, am 26. März um 17 Uhr.

Die Malerin Carola Justo absolvierte nach dem Studium der Sozialpädagogik und Philosophie eine langjährige Ausbildung in Malerei bei verschiedenen Künstlern. Seit 1997 waren ihre Werke in über 55 Einzelausstellungen und mehreren Gruppenausstellungen im In- und Ausland zu sehen. Neben ihrer künstlerischen Haupttätigkeit leitet sie Kurse in Meditation und hält Vorträge. Es ist ihr ein Anliegen, kulturvertiefend und kulturübergreifend zu wirken.

Kontingentflüchtling war gestern – 25 Jahre jüdisch-russischer Einwanderung nach Kassel

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Seit 1991 kommen jüdische Bürger als Kontingentflüchtlinge aus der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland. Von den neuen Kasselern und Kasselanern, ihren Sorgen, Hoffnungen und Erfolgen erzählt unsere Ausstellung.

Mit Unterstützung von The Jewish Agency for Israel und Genesis Philantrophy Group.

Öffnungszeiten: Sonntags, 13-18 Uhr, Führungen um 15 Uhr und n. V.

Die ersten Bilder von der Ausstellung

Kehre um einen Tag vor deinem Tod – in Memoriam Arnold „Bumi“ Lazar (Zipser Bela 1919 – Tel Aviv 2016).

Sonntag, 11. Dezember 2016, 17 Uhr.

LazarViele Kasseler kannten, schätzten, ja liebten Bumi, den „Ehren-Kasseläner“ und Menschenfreund. Er musste als Jude während der faschistischen Zeit in Bratislava untertauchen, wo er sich dem Widerstand anschloss. Er wurde mehrfach verhaftet.
Ab 1949 lebte er in Israel, wo er im Mai 2016 starb.

Miki Lazar erzählt aus dem Leben seines Vaters und erläutert Fotos; Gudrun Sander liest aus Bumis eindrucksvollen Lebenserinnerungen, Odelia Lazar (Gesang) und Michael Wienecke (Gitarre) sorgen für die musikalische Umrahmung.

Eintritt: frei