29. Januar: Gedenkkonzert zum Holocaust-Gedenktag mit dem Synagogalchor Hannover

Als Kooperationspartner laden wir herzlich zum diesjährigen Gedenkkonzert anlässlich des Holocaust-Gedenktages ein. Das Konzert gestaltet der Synagogalchor Hannover unter Leitung von Sören Sönksen. Es findet am Sonntag, 29. Januar um 17 Uhr in der CROSS jugendkulturkirche Kassel statt.

Der Synagogalchor Hannover unter Leitung von Sören Sönksen. (Bild: synagogalchor-hannover.de)

Gedenkkonzert anlässlich des Holocaust-Gedenktages 2023
CROSS jugendkulturkirche Kassel, Lutherplatz 9
Beginn: 17 Uhr (Einlass ab 16 Uhr)
Eintritt: 15 € / 12 € ermäßigt. Dieser Preis gilt für Vorverkauf und Abendkasse.
Freie Platzwahl
Vorverkauf: Geschäftsstelle des Ev. Forums Kassel, Mauerstr. 15, 34117 Kassel, 0561-28760-21 oder ev.forum.kassel@ekkw.de

Download des Veranstaltungsflyers (PDF)

Neue Ausgabe der Zeitschrift „haskala“ erschienen

Das Sara Nussbaum Zentrum veröffentlicht im Januar 2023 eine neue Ausgabe der Zeitschrift „haskala“. Darin berichten wir über jüdische Perspektiven und wichtige Ereignisse aus unserer Arbeit und der jüdischen Community.

Schwerpunkt Documenta

Einen Schwerpunkt bildet die Auseinandersetzung mit Antisemitismus, insbesondere dem Skandal um judenfeindliche Kunstwerke und Haltungen auf der Documenta fifteen. In einem mehrseitigen Artikel berichtet das Magazin über die kritische und aufklärende Vortragsreihe „serious ! talk“ des Sara Nussbaum Zentrums sowie die im Verlauf des vergangenen Jahres veröffentlichten Stellungnahmen gegen judenfeindliche Tendenzen auf der Kunstausstellung.

Weitere Artikel berichten vom umfangreichen Bildungsprogramm des Zentrums, etwa im Bereich der Lehrerinnen- und Lehrerbildung, Workshops und Führungen für Schülerinnen und Schüler. Durch den Angriffskrieg auf die Ukraine bietet das Sara Nussbaum Zentrum seit dem vergangenen Jahr immer wieder Veranstaltungen für Geflüchtete aus der Ukraine an. Außerdem geht es im Heft um neue mediale und digitale Angebote, etwa die SNZ-Filmproduktion „… und der Regen rinnt“ und den mehrsprachigen, kostenfrei im Internet verfügbaren Audiowalk „Himmelsstürmerinnen“ zu jüdischem Leben in Kassel.

Zeitschrift online lesen oder kostenfrei bestellen

Die neue Ausgabe des Magazins „haskala“ ist hier online abrufbar:

Die Druckfassung des Magazins ist ab sofort kostenfrei über das Sara Nussbaum Zentrum zu beziehen, entweder telefonisch unter 0561-93728281 (AB) oder per E-Mail unter info@sara-nussbaum-zentrum.de.

Frohe Festtage!

Das Lichterfest Chanukka beginnt am Abend des 18. Dezember und geht acht Tage lang bis zum 26. Dezember. Jeden Tag entzünden wir eine weitere Kerze auf der Chanukkia, bis acht Kerzen brennen und ihre Helligkeit und Wärme in der dunklen Jahreszeit verbreiten. In diesem Jahr fällt Chanukka terminlich zudem zufällig mit Weihnachten zusammen.

Wir wünschen allen unseren Freund*innen und Unterstützer*innen frohe und hoffnungsvolle Feiertage!

(Bild: Dadgrass/Unsplash)

19.11.22, 19:30 Uhr in der Karlskirche Kassel: Konzert „Schalom – Kirche trifft Synagoge“.

Das Programm mit Werken für Orgel und Viola bringt christliche Orgelmusik und jüdische Liturgie zusammen und stellt so einen interreligiösen musikalischen Dialog dar. Das Programm vereint Repertoire-Klassiker wie „Kol Nidrei“ von Max Bruch, „Prayer“ von Ernest Bloch mit „Synagogen-Melodien“ von Louis Lewandowski und wertvollen, in Vergessenheit geratenen Werken von Joseph Sulzer und Bernhard Stutschewsky.

Es musizieren Semjon Kalinowsky, Lübeck (Viola) und Bernhard Laux, Düsseldorf (Orgel).

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit und dem Evangelischen Forum Kassel.

  1. November 2022 um 19:30 Uhr in der Karlskirche Kassel
    Eintritt: 8,- € / 5,-€

Weitere Informationen finden Sie im Flyer

Amerikanischer Generalkonsul zu Besuch im Sara Nussbaum Zentrum

Ein besonderer Besuch für das Sara Nussbaum Zentrum: Der amerikanische Generalkonsul Norman Thatcher Scharpf stattete am 8. November 2022 dem Sara Nussbaum Zentrum für Jüdisches Leben in Kassel einen Besuch ab.

Nach der herzlichen Begrüßung durch die Initiatorin der Einrichtung Ilana Katz, ihren Sohn Alexander Katz sowie SNZ-Leiterin Elena Padva erhielten sie von Gabi Katz eine Führung durch die Räumlichkeiten. Dabei ging es einerseits um die Dauerausstellung „700 Jahre jüdisches Leben in Kassel“, andererseits um die Ausstellung „Netz gegen Hetz“, die sich mit aktuellen Tendenzen wie wachsendem Antisemitismus und Verschwörungserzählungen im Zuge der Corona-Pandemie beschäftigt.

Der Generalkonsul zeigte sich sehr interessiert und beeindruckt von den gezeigten Inhalten, insbesondere die Exponate der Dauerausstellung, die Strichzeichnung „6 Millionen“ zur Shoa sowie eine Wand mit der Darstellung aktueller antisemitischer Vorfälle.

Eintrag ins SNZ-Gästebuch

Bei einem anschließenden Austausch wurde über weitere derzeitige Themen wie den Antisemitismus-Skandal auf der documenta fifteen, den interreligiösen Austausch vor Ort, jüdische Lokalgeschichte und die Frage des Zusammenhalts in einer vielfältiger werdenden Gesellschaft gesprochen. Scharpf lobte anschließend die Arbeit des Zentrums, freute sich auf einen weiterführenden Austausch mit dem Team und versprach seine zukünftige Unterstützung.

Ilana Katz und das Team dankten dem amerikanischen Generalkonsul für den ausführlichen Besuch und den persönlichen Dialog. Zum Abschluss des Besuchs trug sich Scharpf in das Gästebuch des Sara Nussbaum Zentrums ein.

29.11.: Lesung an Sara Nussbaums Geburtstag: Buchvorstellung „Sara und Sofie“

„Nicht alles ist frei erfunden, aber alles frei gestaltet“ (Uwe Timm)

Im Sinne dieses Mottos beschreibt Doris Reckewell in ihrem Roman „Sara und Sofie“ die Schicksale von Sara Nussbaum und ihrer Tochter Sofie Reckewell während der Nazizeit und des Krieges. Beide haben auf ungewöhnliche Weise den Holocaust überlebt. Wie haben sie es geschafft, mit den vielen Krisen und Schicksalsschlägen fertig zu werden? Was hat sie angetrieben, welche Eigenschaften waren bei ihnen besonders ausgeprägt?

Bemerkenswerte Lebenswege: Sara Nussbaum und ihre Tochter Sofie Reckewell. (Foto: Privatbesitz)

Sara, geboren 1868, ausgebildete Krankenschwester, verliert ihren Mann in den dreißiger Jahren nach einer Schlägerei mit der SA. Sie wird 1942 nach Theresienstadt deportiert und arbeitet in der Typhusabteilung. Im Februar 1945 trägt sie sich in eine Transportliste ein, dessen Ziel zwar mit der Schweiz angegeben ist, von dem aber alle glauben, dass auch er im Osten endet. Aber es geschieht das Unfassbare: Der Transport geht nach Süden, 1200 Menschen sind gerettet, darunter Sara.

Sofie heiratet und tritt zum evangelischen Glauben ihres Mannes Otto über. Aber nur durch einen von langer Hand geplanten Coup von Otto entgeht sie der Deportation und verbringt den Krieg zurückgezogen in der Wohnung, während Otto viel unterwegs ist und um diese Reisen ein Geheimnis macht, das Sofie erst nach seinem Tod lüften kann. Im späten Alter erfährt ihr Leben nochmals eine geradezu zauberhafte Wendung, die sie bis nach Las Vegas bringt.

29. November 2022 (154. Geburtstag von Sara Nussbaum)
19 Uhr
Doris Reckewell, Lesung
Beatrix Hülsemann, musikalische Begleitung

17.11.: Lesung mit Ernst Klein – „Bernstein und Hüneberg – Fünf Jahrhunderte Deutsch-Jüdische Familiengeschichte“

In diesem Buch durchleben wir eine Familiengeschichte, die im 16. Jahrhundert beginnt und durch die Zeiten der Emanzipation der deutschen Juden über die ereignisreichen Erlebnisse Otto Bernsteins im ersten Weltkrieg, das Leben in der Weimarer Republik, die Zeiten der nationalsozialistischen Terrorherrschaft und die unbeschreibliche Leidenszeit im Ghetto Theresienstadt bis nach Australien führt.

Sein Sohn Bern Brent (früher Gerd Bernstein) erzählt im zweiten Teil des Buches von seiner Kindheit in Berlin, der Flucht nach England, der unfreiwilligen Verschiffung nach Australien zu Beginn des zweiten Weltkriegs und seinem erfolgreichen Neuanfang in der neuen Heimat. Den Abschluss bilden die Berichte über die Besuche Bern Brents und seiner Kinder und Enkel in Deutschland. Die Bernsteins waren mehrfach durch Eheschließungen mit Töchtern der Kaufmannsfamilie Hüneberg in Volkmarsen verbunden.

Der Autor wird einige kurze Passagen aus Otto Bernsteins Jugend in Volkmarsen, im Realgymnasium in Kassel und aus der Zwischenkriegszeit vorstellen.

In Erinnerung an den 80. Jahrestag der Deportation von 753 Frauen, Männern und Kindern von Kassel nach Theresienstadt (7.9.1942) werden im zweiten Teil der Lesung die tiefgehenden Schilderungen Otto Bernsteins über seine Leidenszeit im „Ghetto Theresienstadt“ auszugsweise vorgetragen. Seine Berichte und seine beeindruckenden Gedichte aus dieser Zeit zeigen uns auf, unter welchen menschenverachtenden Bedingungen die Gefangenen, unter ihnen auch Sara Nussbaum aus Kassel, um ihr Überleben kämpfen mussten. Begleitend zur Lesung werden auch einige Dokumente und Fotos präsentiert.

Donnerstag, 17. November 2022
19 Uhr
Sara Nussbaum Zentrum für Jüdisches Leben, Ludwig-Mond-Straße 127

Eintritt frei, Spenden erbeten.

Jom Kippur 5783 / 2022

Foto: vs/SNZ

Am Abend des 4. Oktober 2022 beginnt der Festtag Jom Kippur, der auch Versöhnungstag genannt wird.

Am höchsten jüdischen Feiertag geht es um Umkehr, Verzeihen und Vergebung. Jüdinnen und Juden fasten in einem umfassenden Sinn. In Israel steht das öffentliche Leben für 25 Stunden still.

Mit Jom Kippur enden die zehn Bußtage, die mit Rosch Haschana begonnen hatten. Zum Ende des Tages wird das Schofar, das Widderhorn, geblasen. (Auf dem Foto sieht man ein solches Schofar aus unserer Sammlung rechts im Bild.)

Wir wünschen allen ein friedliches Fest!

Am 20.9.: Lesung mit Winfried Jacob

Winfried Jacob, lange Zeit Gesellschafter der jüdischen Kasseler Firma Rosenzweig & Baumann, hat seine Lebenserinnerungen niedergeschrieben. Aus seinem Buch „Man muss das doch alles mal erzählen!“ liest er am Dienstag, 20. September 2022 um 19 Uhr im Sara Nussbaum Zentrum für Jüdisches Leben, Ludwig-Mond-Straße 127.

Die Lesung wird in Verbindung mit den aktuellen Geschehnissen des russischen Angriffs auf die Ukraine stehen.

Der Eintritt zu Lesung ist frei, um Spenden wird gebeten.

Wir sind auch wütend, wir sind auch traurig, wir sind auch müde, wir stehen zusammen.

Statement der Jüdischen Gemeinde Kassel und des Sara Nussbaum Zentrums für Jüdisches Leben

Wir waren geduldig, offen für jedes Gespräch und bereit dazu, unsere Gefühle zugunsten der sachlichen Auseinandersetzung zurückzustellen. Doch seit dem 10. September ist eine Grenze überschritten.

Wir beschuldigen Euch, ruangrupa und das „artistic team“, Antisemitismus zuzulassen und nachhaltig zu befördern. Alles, was Ihr bisher zum Antisemitismus geäußert habt, war ein Lippenbekenntnis. Wir glauben Euch nicht mehr, wenn Ihr vom Zuhören und Lernen sprecht. Wir sind enttäuscht.

WIR UNTERSTÜTZEN DAS EXPERT*INNENGREMIUM

Wir beobachten die Entwicklungen auf der documenta fifteen mit großem Entsetzen. Es wurde ein Expert*innengremium eingesetzt, um Hinweisen auf eine mögliche antisemitische Bildsprache auf der Weltkunstausstellung nachzugehen, diese zu erfassen und zu analysieren. Dieses Expert*innengremium hat am 10. September Texte veröffentlicht, die für uns absolut nachvollziehbar, stringent und dem Gegenstand vollkommen angemessen sind.

Es ist gut und richtig, dass sich das Gremium nun endlich an die Öffentlichkeit gewendet hat, um auf den Umgang der documenta fifteen mit antisemitischen Vorfällen hinzuweisen, die einseitig negative Darstellung Israels, die mehrfach in offenen Antisemitismus umschlägt, zu thematisieren, sowie konkrete Handlungsempfehlungen zu formulieren.

EURE REAKTION IST SKANDALÖS

Die Antwort von Euch – ruangrupa, drei Personen des „artistic teams“ und zahlreichen Künstler*innen der documenta fifteen –, die ebenfalls am 10. September unter dem Titel: „We are angry, we are sad, we are tired, we are united: Letter from lumbung community“ im Netz veröffentlicht wurde, halten wir für skandalös und aufschlussreich zugleich.

Dass darin dem Expert*innengremium eine „rassistische Tendenz“ vorgeworfen wird und von einer „bösartigen Struktur der Zensur“ dahergeredet wird, ist grotesk und ungeheuerlich. Diese offenen Angriffe werden von den Autor*innen des Textes nicht mit Beispielen belegt. Zugleich heißt es darin weiter: „Die Frage ist nicht das Existenzrecht Israels; Die Frage ist, wie es existiert. Widerstand gegen den Staat Israel ist Widerstand gegen den Siedlerkolonialismus, der Apartheid, ethnische Säuberung und Besatzung als Formen der Unterdrückung einsetzt.“

ZUHÖREN: GESCHEITERT. LERNEN: GESCHEITERT. LUMBUNG: GESCHEITERT. DOCUMENTA: ?

Dass diese Worte eine Antwort auf einen Text sind, der das Vorführen von Terror-Propagandafilmen der Japanischen Roten Armee kritisiert, einer Organisation, die das Selbstmordattentat im Kampf gegen den jüdischen Staat etabliert hat und am 30. Mai 1972 das Massaker am Flughafen Lod verübt hatte, bei dem 26 Menschen ermordet und 80 weitere verletzt wurden, zeigt für uns auf, wie weit antisemitisches Gedankengut unter den Organisator*innen der documenta fifteen verbreitet ist.

All dies beweist ferner, dass es, anders als angekündigt, keinen reflektierenden Lernprozess gab, bei dem man sich mit der Kritik und den Beobachtungen auseinandersetzte. Stattdessen wird jede Analyse, selbst die eines Gremiums aus renommierten Wissenschaftler*innen, zurückgewiesen und per se als „rassistisch“ diffamiert. All dies beweist, dass das Prinzip eines offenen, den Menschen zugewandten Prinzips des „lumbung“ desaströs gescheitert ist. Was beweist dies für die documenta fifteen?

PLAKATIVER ANTISEMITISMUS IM HERZEN DER DOCUMENTA

Offensichtlich handelt es sich bei dem Text um Teil einer Kampagne, die sich nicht nur für die antisemitische Boykottkampagne BDS ausspricht. Sondern es handelt sich bei den Autor*innen auch um Personen, die sich als Aktivist*innen derselben verstehen. So befinden sich nun mitten im Herzen der Documenta, dem Fridericianum, Plakate mit Aufschriften wie zum Beispiel: „BDS: Being in Documenta is a Struggle“, „Free Palestine from German guilt“, oder „Nakba is a Part of Erinnerungskultur“. Mit solchen Aussagen wird das Gedenken an die Shoah, die Ermordung von über sechs Millionen europäischen Juden und Jüdinnen, in einer perversen Weise instrumentalisiert und der Antisemitismus zugleich als ein exklusiv deutsches Phänomen bagatellisiert. In den sozialen Medien gibt es weitere Plakate dieser Reihe zu sehen, in denen Israel unter anderem als Apartheidsstaat dämonisiert wird.

Wir müssen anerkennen: Es war subtil. Es wurde genickt, wenn jemand gesagt hat, dass es schlimm ist. Es wurde darauf gehofft, dass Positionen in der Vielfalt nicht auffallen, dass sie im Stimmengewirr der Sommerzeit verhallen. Es wurde spekuliert, dass andere, in der Politik, in der Gesellschaft, sich darüber streiten, wessen Köpfe rollen müssen oder tatsächlich rollen. Es wurden Opfer zu Tätern gemacht, Argumente umgedreht und darauf gehofft, dass man damit durchkommt. Doch mit den jetzigen Schritten hat sich das Blatt gewendet: Ihr zeigt plakativ eure Unterstützung für antisemitische, menschenverachtende Positionen. Und wir müssen euch darum sagen: Es reicht.

ES REICHT

Wir erwarten von den Gesellschafter*innen der Documenta gGmbH, dass den Einschätzungen und Empfehlungen des Gremiums unverzüglich Rechnung getragen wird und die notwendigen Schritte zur dringlichen Aufarbeitung eingeleitet werden. Es braucht einen Untersuchungsausschuss.

Es kann nicht sein, dass die Verantwortlichen in der Stadt-, Landes-, und Bundespolitik dieser antisemitischen Agitation weiter tatenlos zusehen und keine Konsequenzen gezogen werden. Es muss anerkannt werden, dass die Politik der Konfliktvermeidung, der Relativierung und des Wegsehens, die seit Beginn des Jahres von vielen politischen Verantwortlichen betrieben wird, zu dieser Situation beigetragen hat und dass es genau diese Haltung ist, die auch den Ruf der Stadt Kassel nachhaltig schädigen wird.

Wir erwarten von Euch, ruangrupa, dass ihr mit eurer unsäglichen Kampagne aufhört, anerkennt, dass es Antisemitismus auf dieser documenta gibt und etwas dafür tut, euren zukünftigen Ruf als Künstler*innen, ja als Menschen, noch halbwegs zu wahren.

WIR SIND AUCH WÜTEND, WIR SIND AUCH TRAURIG, WIR SIND AUCH MÜDE, WIR STEHEN ZUSAMMEN.

Kassel, 13. September 2022

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