„Mazel tov! – Ein Fest für alle!“ am 25. Juli im Sara Nussbaum Zentrum

Unter der Überschrift „Mazel tov! – Ein Fest für alle!“ lädt das Sara Nussbaum Zentrum für Jüdisches Leben am Sonntag, 25. Juli 2021 alle Interessierten zu einem großen Fest ein. Die Veranstaltung ist unser Beitrag im Rahmen des Programms #1700JLID – 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland.

An diesem Tag wird unsere neue Ausstellung „Netz gegen Hetz“ in unseren Räumlichkeiten offiziell eröffnet. Um 17 Uhr und 17.30 Uhr werden Führungen angeboten. Musikalischer Höhepunkt ist um 19 Uhr der Auftritt des bekannten Sängers Karsten Troyke aus Berlin, der mit dem Trio SCHO jiddische Lieder, Chansons und Instrumentalstücke auf der Bühne präsentieren wird.

Programm des Festtages

  • 15 Uhr: Ausstellung geöffnet
  • 17.00 Uhr / 17.30 Uhr: Führungen durch die Ausstellung
  • 18.30 Uhr: Offizielle Eröffnung (im Garten)
  • 19 Uhr: Konzert mit Karsten Troyke & Trio SCHO (im Garten)

Weitere Informationen zur Ausstellung und Veranstaltung finden Sie ab sofort und laufend aktualisiert unter www.sara-nussbaum-zentrum.de/netzgegenhetz.

„Israel trinkt das Blut unserer Kinder!“ – Juden als Archetypus des Bösen

Online-Vortrag mit anschließender Diskussion am 2. Juni 2021

Das Kindermördermotiv ist auf den propalästinensischen Demonstrationen zurzeit wieder allgegenwärtig. Dabei reicht die Palette der Motive von blutbeschmierten Kinderpuppen in Leichentüchern bis zu Portraits Benjamin Netanjahus mit Vampirzähnen und blutbeschmiertem Mund.

Ein Online-Vortrag mit dem Bildungs- und Antisemitismus-Experten Julian Timm (Studienseminar für Gymnasien Kassel, Gustav-Stresemann-Gymnasium Bad Wildungen, Christian-Rauch-Schule Bad Arolsen) beleuchtet die Hintergründe dieses Motivs auf der Grundlage der aktuellen Entwicklungen.

Der Vortrag will die kulturgeschichtliche Kontinuität judenfeindlicher Darstellungen aufzeigen, um dafür zu sensibilisieren, wo Kritik am Staat Israel aufhört und manifester Antisemitismus anfängt – und wo sich beides vermischt.

Datum: 2. Juni 2021
Uhrzeit: 18.00-19.30 Uhr

Wir bitten um eine Anmeldung per E-Mail unter bildungsprogramm@sara-nussbaum-zentrum.de bis zum 1. Juni 2021.

Der Vortrag findet als Videokonferenz per Zoom statt. Die Zugangsdaten werden den Teilnehmer*innen vor Beginn der Veranstaltung per E-Mail zugesendet.

Online-Fortbildung zu Antisemitismus und Verschwörungsideologien

Unter dem Thema „Antisemitismus und Verschwörungsideologien als Themen in der Pädagogik“ findet am 27. Mai 2021 ab 17.00 Uhr eine Online-Fortbildung statt. Sie richtet sich an Pädagoginnen und Pädagogen der Sekundarstufen I und II sowie an alle Interessenten.

Welche Formen nimmt moderner Antisemitismus an? Wie entstehen Verschwörungsmythen und welche Funktionen erfüllen sie? Wie wirken Verschwörungsideologien und Antisemitismus zusammen? Ziel des fachdidaktischen Studientages ist, die Lehrerinnen und Lehrer im Umgang mit Antisemitismus und Verschwörungsmythen zu stärken und Handlungsoptionen für die praktische Arbeit an die Hand zu geben.

Mit der Veranstaltung setzen wir unser sehr nachgefragtes Angebot der vergangenen Monate fort. Die Fortbildung findet in Kooperation mit dem Religionspädagogischen Institut der EKKW und der EKHN und der Gedenkstätte Breitenau statt.

Anmeldung unter info@sara-nussbaum-zentrum.de
Der Zugangslink wird nach Anmeldung zur Veranstaltung zeitnah zugeschickt.

„Selam & Shalom“ zu Gast im Berliner Podcast

Elena Padva und Attila Günaydin setzen sich für die Verbindung zwischen jüdischer und muslimischer Kultur ein. In ihrem Projekt „Selam & Shalom“ verbinden die Leiterin des Sara Nussbaum Zentrums für Jüdisches Leben und der Musikpädagoge bereits seit mehreren Jahren erfolgreich die Melodien, Rhythmen und Traditionen aus beiden Kulturen zu einem immer wieder erhellenden Ganzen.

Von ihrer Arbeit mit Jugendlichen erzählen sie jetzt in der in der aktuellen Episode des Podcasts „KREUZ & QUER“ der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus (KIgA e.V.) aus Berlin.

Elena Padva, Leiterin des Sara Nussbaum Zentrums für Jüdisches Leben , und Attila Günaydin stellten ihr Projekt Selam & Shalom im Podcast vor. (Foto: SNZ/fw)

Im knapp einstündigen Gespräch mit Moderator Fadl Speck berichten Padva und Günaydin über ihre Projekte mit Schulklassen und die verbindende, Brücken schlagende Kraft der Musik. Das Ziel: mit den Vorurteilen im Verhältnis zwischen Juden und Muslimen aufräumen, die sich auf das gegenseitige Verhältnis beziehen. Beide Musiker*innen haben die Erfahrung gemacht, dass Musik in diesem Zusammenhang ganz besonders dazu einladen kann, sich mit Themen wie der Herkunft, Heimat oder Kultur auseinanderzusetzen. Und das gilt sowohl, was Wissen und Erfahrung angeht, vor allem aber auch emotional.

Das Gespräch wurde Anfang April digital und dezentral sowohl in Kassel als auch in Berlin gemeinsam aufgezeichnet. Elena Padva und Attila Günaydin nutzten dafür die Studios des Freien Radios Kassel. Die Schlussproduktion erfolgte in Berlin. Mit dem Podcastformat „KREUZ & QUER“ präsentiert die KIgA aktuelle Themen der politischen Bildung mit Gesprächsgästen aus Berlin und ganz Deutschland.

Die Folge mit Elena Padva und Attila Günyadin ist überall zu hören, wo es Podcasts gibt, unter anderem auf dem YouTube-Kanal der KIgA.

Pessach 2021 – Chag sameach!

An Pessach feiern Jüdinnen und Juden in der ganzen Welt ein Fest, dass an den Auszug des jüdischen Volks aus Ägypten erinnert. Der Gedanke der Freiheit spielt dabei eine große Rolle: Was ist sie? Wo endet sie? Wie leben wir (in) Freiheit? Das sind Gedanken, die in der Corona-Pandemie eine ganz besondere Aktualität haben, und die auch unser Team besonders beschäftigen.

Wir beobachten mit Sorge, wie der Freiheitsbegriff in diesen Tagen und direkt bei uns in Kassel missbraucht werden kann. Unsere eigene Freiheit ist durch Auflagen und Distanzgebote tagtäglich eingeschränkt. Gleichzeitig sind wir dankbar für die Freiheiten, die wir in unserem Denken und Tun genießen können. Lebendige, optimistische Freiheit ist für uns nach wie vor ein hohes, schützenswertes Gut.

Ein Padlet ist eine digitale Pinnwand. Wir haben es genutzt, um Gedanken zum Thema Freiheit zusammenzutragen.

Um uns diesen Gedanken zu nähern, haben wir eine digitale Sammlung auf dem Portal Padlet eingerichtet. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern soll Einblicke und Anstöße vermitteln, selbst über das Thema Freiheit nachzudenken.

Hier gelangen Sie zu unserem Padlet (externer Link).

Wir wünschen allen Chag sameach, ein frohes Fest!

(Titelbild: Ilana Katz)

„Corona-Demos“ und Antisemitismus

In der Vergangenheit haben Veranstalter*innen und Teilnehmende von „Corona-Demos“ unter einem in unseren Augen falschen Verständnis von Meinungsfreiheit immer wieder gebilligt, dass antisemitische und die Shoa oder den Widerstand gegen den Nationalsozialismus relativierende Symbole und Reden Teil ihrer „Bewegung“ sind. Das ist nun auch wieder in Kassel zu befürchten, nachdem das Demo-Verbot kürzlich gekippt wurde.

In der Ausstellung des Sara Nussbaum Zentrums sind historische Abbildungen des gelben Sterns zu sehen. (Bild: ep/SNZ)

Bereits im Sommer 2020 haben wir darauf aufmerksam gemacht, welche Auswirkungen es konkret auf Jüdinnen und Juden haben kann, wenn Symbole wie der Gelbe Stern im Zusammenhang mit Opferstilisierung in Zeiten der Pandemie instrumentalisiert werden.

Antisemitismus und relativierende Bezüge zum Nationalsozialismus können niemals einen freiheitsliebenden, demokratischen Zweck haben, sondern sie schüren Hass, dienen der Spaltung und verbreiten Hetze. Das muss allen, insbesondere denen, die an der Veranstaltung am Wochenende beteiligt sind, bewusst sein.

Siehe dazu auch die aktuelle Berichterstattung (externe Links):

Zum Hintergrund (externe Links):

Spannende Einblicke ins Atelier

Zwischen Lacken, Farben, Pinseln und Leinwänden gibt Ilana Katz, Geschäftsführerin des Sara Nussbaum Zentrums, einen Einblick in ihr Atelier. Die Kunstwerke werden Bestandteil der neuen Ausstellung „Netz gegen Hetz“ im Sara Nussbaum Zentrum.

„Jede und jeder muss mit anpacken!“

Interview mit Alexander Katz über Judentum und Antisemitismus

Alexander Katz, Sie sind stellvertretender Geschäftsführer des Sara Nussbaum Zentrums für Jüdisches Leben und engagieren sich ehrenamtlich in der jüdischen Gemeinde in Kassel. Wie sieht Ihr persönlicher jüdischer „Background“ aus?

Alexander Katz: Meine Familie kam Anfang der 1990er Jahre aus der Sowjetunion, wie die meisten Mitglieder der jüdischen Gemeinde in Kassel. Viel früher, um das Jahr 1800, kamen unsere familiären Vorfahren aber wohl aus dem Bereich Nordösterreichs oder Süddeutschlands. Wenn man so will, sind wir als Familie also nach Deutschland „zurückgekommen“.

Ist die Erfahrung von Antisemitismus für Sie persönlich ein Thema?

Katz: Das ist unterschiedlich. Zu sagen, dass es keine Belastung wäre, ist falsch. Man erfährt sie. Zum Beispiel wird man hier in Kassel nicht ständig und ununterbrochen diskriminiert. Aber ich kann nicht behaupten, dass ich keine Erfahrungen in dieser Hinsicht gemacht hätte.

Denken Sie dabei an einen konkreten Vorfall?

Katz: Es ist ja nicht so, dass jeder sagt: „Du bist Jude und bist jetzt eine Person zweiter Sorte.“ Aber wenn auf einer Party eingeladen bin und jemand spät nachts feststellt, dass ich Jude bin, ist es schon vorgekommen, dass ich mich nach einem Kasten Bier plötzlich für den Nah-Ost-Konflikt rechtfertigen muss. Das ist sehr unangenehm.

Was wäre ihr Wunsch, was sollte sich ändern?

Katz: Ich lebe seit zwanzig Jahren in Kassel, mittlerweile mehr, und ich bin ein ganz normaler Kasselaner, ich bin hier zur Schule gegangen, ich habe mein Leben als Erwachsener hier in Kassel verbracht. Ich möchte mich einfach so behandelt fühlen wie jeder andere vor Ort.

Kann es eine grundsätzliche Lösung gegen Antisemitismus geben?

Katz: Das ist eine Frage, die sehr weitreichend ist, zumal auch Antisemitismus selbst sehr viele Formen hat. Was die Prävention angeht, bin ich der Meinung: Jeder muss sich da erst einmal an die eigene Nase fassen. Man kann nicht sagen, ich setzte mich hin und warte, bis die Politik etwas löst, sondern jede und jeder muss da mit anpacken.

Sie selbst geben unter anderem ehrenamtlich Führungen durch die Synagoge in Kassel. Welche Rolle spielt Bildung im Zusammenhang mit der Bekämpfung von Antisemitismus?

Katz: Eine ganz große Rolle, denke ich. Wichtig sind neben Erziehern und Lehrern vor allem die Eltern: Sie sollten ihre Kinder ohne Hass erziehen. Und das würde mich freuen, denn dann würden die Leute ins Sara Nussbaum Zentrum oder zur Führung in die Synagoge kommen und wir würden nur über das Judentum reden. Weil das eine interessante Religion ist und jüdisch zu sein viele Perspektiven hat.

Vielen Dank an Mark Chemkovskii für das Interview.

Jüdische Bildungsarbeit: Herausforderungen sind Chancen!

Die Bildungsarbeit zählt zu den Kernangeboten des Sara Nussbaum Zentrums für jüdisches Leben in Kassel. Auch in diesem Bereich hat die Corona-Pandemie vieles verändert. Elena Padva und Torsten Gleichmann aus dem Team berichten, welche Herausforderungen, aber auch Chancen sich derzeit ergeben.

Die politische Bildungsarbeit ist für das Sara Nussbaum Zentrum ein wichtiger Teil der Arbeit. Welche Angebote werden derzeit gemacht oder erarbeitet?

Elena Padva: Wir bieten Workshops zu einer ganzen Reihe unterschiedlicher Themen an, die alle mit jüdischem Leben und jüdischer Kultur verbunden sind. Die Geschichte des Judentums, gerade hier vor Ort in Kassel und Nordhessen, spielt dabei immer eine wichtige Rolle. Es geht uns aber gerade auch um Themen, die für Jüdinnen und Juden in der Gegenwart zentral sind.

Welche Rolle spielt dabei aktuell das Thema Antisemitismus?

Torsten Gleichmann: Die Auseinandersetzung mit Hass gegen Jüdinnen und Juden hat in unserer Arbeit natürlich immer eine maßgebliche Rolle gespielt. In der aktuellen Corona-Krise, vor allem durch die Ereignisse auf so genannten Hygiene-Demos und durch Entwicklungen im Netz, hat sich die Lage nach unserer Wahrnehmung deutlich verschärft. Die Beschäftigung mit antisemitischen Stereotypen wie beispielsweise Verschwörungstheorien und wie man mit Antisemitismus umgeht, hat an Wichtigkeit gewonnen – gerade übrigens im Bildungskontext, an Schulen und im Alltag.

Das Sara Nussbaum Zentrum bietet Bildungsangebote zum Thema jüdisches Leben und jüdische Kultur, wie hier in einer Schule im Raum Kassel.

Was macht die Bildungsarbeit des Sara Nussbaum Zentrums in diesem Zusammenhang aus? Warum kommen Menschen zu Ihnen, wenn Sie Rat und Beratung suchen?

Elena Padva: Themen wie Antisemitismus sind nie einfach zu behandeln. Sicherlich können wir keine standardisierten Antworten oder Lösungen aufzeigen. Was wir als Mitarbeiter eines Zentrums für jüdisches Leben leisten können, ist, ein authentisches Bild davon zu vermitteln, wie Jüdinnen und Juden hier in Kassel leben, was sie bewegt, welche Perspektiven sie haben.

Wir können ein authentisches Bild davon vermitteln, wie Jüdinnen und Juden hier in Kassel leben.

Elena Padva, Leiterin des Sara Nussbaum Zentrums für Jüdisches Leben

Dafür können wir am Unterricht teilnehmen, wenn auch zurzeit nur noch digital. Bei unseren Fortbildungen für Lehrer*innen besteht die Möglichkeit für einen Austausch, was sehr hilfreich sein kann. Es werden dann Situationen modelliert bzw. aus dem Schulalltag besprochen sowie nach Ursachen und Lösungen gesucht.

Wie kann dieses Angebot derzeit angenommen werden?

Torsten Gleichmann: Interessierte können jederzeit gern persönlich mit uns Kontakt aufnehmen. Das geht zum Beispiel über eine Anfrage per E-Mail oder telefonisch. Die Corona-Pandemie bietet in dieser Hinsicht viele Herausforderungen, aber auch viele Chancen, etwa wenn es um digitale Angebote und Möglichkeiten des Austauschs geht. Diese Chancen gemeinsam zu ergreifen und wahrzunehmen, liegt uns sehr am Herzen.

Jüdische Perspektiven im Podcast

Wie gehen Jüdinnen und Juden in Kassel mit Anfeindungen, besonders Antisemitismus, um? Welche Angebote bietet in diesem Kontext das Sara Nussbaum Zentrum als Bildungs- und Begegnungsstätte für jüdisches Leben?

Elena Padva, Leiterin des Sara Nussbaum Zentrums.

Über diese Fragen berichtet Elena Padva, Leiterin des Sara Nussbaum Zentrums, in der aktuellen Folge de Podcasts „Über die Rechten hören“. Dabei handelt es sich um ein junges Medienformat des Kasseler Festivals „Nach dem Rechten sehen“, an dem wir uns im vergangenen Jahr mit Workshops und Führungen beteiligt haben.

Podcasts sind häufig kostenfrei angebotene Audio-Angebote zum Mitnehmen, die dezentral und meist kostenfrei über das Internet verfügbar sind und recht einfach für viele Menschen zugänglich sind – zum Beispiel unterwegs auf dem Smartphone. Im Kontext politischer Bildung ergeben sich teils spannende Möglichkeiten. Deshalb haben wir das Interview sehr gern möglich gemacht!

Die aktuelle Folge mit Elena Padva kann hier angehört werden.