Kinderoper „Brundibár“ und das Rahmenprogramm

Am 17. Juni 2017 um 19.30 Uhr ist Premiere des 13. Theater-Jugendorchester Projekts „BRUNDIBÁR“ – einer Kinderoper in zwei Akten von Hans Krása.
Hans Krása komponierte die Oper Brundibár 1938. Nach seiner Deportation in das Konzentrationslager Theresienstadt notierte Krása das Werk erneut, weil er die Partitur nicht mitnehmen konnte. 55 Mal wurde Brundibár in den folgenden Jahren dort gespielt. Sein Schöpfer wurde wie die meisten der Darsteller und Musiker in Auschwitz ermordet.

Sara Nussbaum Zentrum tritt bei diesem Projekt als ein Kooperationspartner auf. In vielen Workshops, die wir mit dem Kinderchor Cantamus, Theater-Jugendchorchester sowie an einigen Schulen durchgeführt haben, konnten wir mit Kindern und Jugendlichen über das Judentum und auf eine besonders sensible Weise über Shoa sprechen.

Vorstellungen und Tickets:
http://www.staatstheater-kassel.de/spielplan-sparte.php5?id=1955

Eine Website mit allen Informationen rund um das Projekt „Brundibár“ in Kassel:
https://www.brundibar-kassel.de

Alle Veranstaltungen zu BRUNDIBÁR im Überblick:
Ausstellung »Zeichne, was Du siehst« 
Helga Weissová, Zeichnungen eines Kindes aus Theresienstadt und »Nur Zeichnungen sind geblieben«. Mit dem CANTAMUS-Chor.
17. bis 30. Juni, Schauspielfoyer

Dokumentarfilm »Wiedersehen mit Brundibár«
in Anwesenheit von Filmemacher Douglas Wolfsperger und hoffentlich auch Greta Klingsberg
Filmmatinee: Sonntag,18. Juni, 12 Uhr,  Filmladen, Goethestraße

Kammermusikabend »Abendphantasie«
mit Werken der »Theresienstädter Komponisten« Hans Krása, Victor Ullmann und Pavel Haas. Mit: Razvan Hamza, Violine, Eugene Lifschitz, Cello
Ulrike Schneider,
Mezzosopran, Daniel Holzhauser, Bariton,  Giulia Glennon, Klavier
Montag, 26. Juni, 19.30 , Opernfoyer

„Kassel war ihre Heimat, bis…“ Ein Vortrag über Sara Nussbaum und Frida Sichel

Am Donnerstag, 8. Juni 2017, um 19.30 Uhr findet ein Frieda SichelVortrag über Sara Nusbaum und Frida Sichel statt. Diese zwei Frauen werden vorgestellt von Anne Belke-Herwig und Eva Schulz-Jander, für die musikalische Umrahmung sorgt Alexandra Aykaeva (Geige).

Beide Frauen – Sara Nussbaum und Frieda Sichel – wurden Ende des 19. Jahrhunderts geboren, ihre Herkunft und ihr Leben jedoch könnten nicht unterschiedlicher gewesen sein. Die eine kam aus Merzhausen, die andere aus dem vornehmen Vorderen Westen in Kassel; die eine aus einer Lehrerfamilie, die andere aus einer der angesehensten jüdischen Unternehmers Familien Kassels; die eine war eher praktisch veranlagt, die andere hochgebildet. Und     dennoch sind Sara Nussbaumsie sich ähnlich. Soziales Engagement und ein tiefes Verantwortungsgefühl für soziale Gerechtigkeit verbindet sie. Stark und klug, unbeugsam und mutig waren sie. Auch die widrigsten Umstände, Ausgrenzung und Verfolgung konnten ihren unbeugsamen Geist nicht brechen. Als besiegte Siegerinnen gingen sie daraus hervor.

Eintritt: frei

„Schlafstunde und Zionismus“: Vortrag von Sarah Burkard und Oliver Vrankovic (Israel)

ruth purim foto(1)Am Mittwoch 31. Mai um 19 Uhr
In Kooperation mit der DIG Kassel

Ein Vortrag über die letzten Jeckes –  jene deutschen und kulturdeutschen Juden, die in den 30er Jahren nach Palästina geflüchtet sind und zu Mitbegründern des Staates Israel wurden.  Außerdem geht es um Überlebende des Holocaust, die gleichfalls zum Aufbau und zur Verteidigung Israels beigetragen haben. Schalfstunde und Zionismus
Der Referent arbeitet in einem Elternheim der Organisation für Einwanderer mitteleuropäischer Herkunft in Ramat Gan (Partnerstadt von Kassel) und kennt die Bewohnerinnen und Bewohner und deren persönliche Geschichte, die mit der Weltgeschichte verflochten ist, aus nächster Nähe.

Mehrere Porträts sind im DIG Magazin 1-2/2016 erscheinen http://www.deutsch-israelische-gesellschaft.de/mediafile/dig-magazin-druckfertiges-exemplar-.pdf Seiten 18-23

Eintritt frei

 

Zum Nachhören: Finissage „Kein Sommermärchen“

Nach den israelfeindlichen und antisemitischen Demonstrationen im Sommer 2014 klärte im Sara Nussbaum Zentrum die Ausstellung »Kein Sommermärchen« über aktuellen Antisemitismus auf. Auch die Europäischen Janusz Korczak Akademie (EJKA) erstellte eine Ausstellung, »Exodus – Europa ohne Juden?«. Am 14. Mai wurde »Kein Sommermärchen – Israelbezogener Antisemitismus im Sommer 2014« nach zwei Jahren dauerhaft geschlossen. Dazu gab es ein Werkstattgespräch mit Valeriya Golodyayevska (EJKA), Ilana Katz (Jüdische Gemeinde Kassel) und Elena Padva (Sara Nussbaum Zentrum) unter der Moderation von Martin Sehmisch (Informationsstelle Antisemitismus Kassel).

Aufnahme der Veranstaltung zum Nachhören

Bernd Winter „Verloren in der Fremde“ am 7. Mai um 17 Uhr

Verloren in der Fremde

Jüdische Schriftsteller wurden von den Nazis aus Deutschland vertrieben. Sie vernichteten ihre Existenz, verdrängten sie aus dem öffentlichen Leben, beraubten sie nach und nach ihrer Rechte und verbrannten ihre Bücher. Viele Juden emigrierten – für viele war es die letzte Möglichkeit, sich durch die Flucht zu retten. Wie gingen diese Schriftsteller mit ihrem Schicksal um, die Heimat zu verlieren? Bernd Winter versucht in seinem neuen Programm »Verloren in der Fremde« eine Antwort zu finden, indem er die Stationen ihres Lebens nachspürt.

Unser Programm April bis Juni 2017

Programmvorschau
Das Sara Nussbaum Zentrum und die Informationsstelle Antisemitismus Kassel haben ein gemeinsames Programmheft für das 2. Quartal (April bis Juni 2017) herausgebracht. Sie können die Veranstaltungsübersicht hier als PDF-Datei herunterladen. Alternativ klicken Sie bitte auf das Vorschaubild links.

„Leben nach dem Überleben“: Machen Sie mit!

Zwi und Regina Steinitz in Tel Aviv. Zitat von Zwi. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, wie ein Vater sein Kind liebkosen und gleichzeitig jüdische Kinder ermorden, die eigene Frau umarmen, küssen und gleichzeitig ihm unbekannte, völlig unschuldige Frauen in die Gaskammer schicken oder an einer Grube niederschießen konnte.

Zwi und Regina Steinitz in Tel Aviv. Zitat von Zwi: „Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, wie ein Vater sein Kind liebkosen und gleichzeitig jüdische Kinder ermorden, die eigene Frau umarmen, küssen und gleichzeitig ihm unbekannte, völlig unschuldige Frauen in die Gaskammer schicken oder an einer Grube niederschießen konnte.“ (Foto: Helena Schätzle für AMCHA Deutschland)

Heute, am 27. Januar, ist der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Wir erinnern an die Menschen, die von den Nationalsozialisten ermordeten wurden. Die Trauer angesichts der zahllosen Leben, die brutal beendet wurden, ist schwer in Worte zu fassen. Zugleich werden die Gegner der Erinnerungskultur lauter. Aber es ist doch völlig klar: Wir brauchen auch künftig eine Erziehung für die Achtung der Menschenrechte. Wir brauchen auch künftig eine wirksame Bildungsarbeit über die Shoah.

Dass viele Nutzer sozialer Medien in diesen Tagen unter dem Hashtag #weremember ihren Willen zeigen, die Erinnerung wach zu halten, macht Mut. Wir laden deshalb dazu ein, mitzuwirken an unserer Bemühung, die Ausstellung „Leben nach dem Überleben. Überlebende des Holocaust und ihre Familien in Israel“ nach Kassel zu holen (http://amcha.de/ausstellung/). Sie zeigt Überlebende des Holocaust und ihre Familien in Israel. Diese Menschen haben die Shoah überlebt und ringen jeden Tag mit Erinnerungen und Traumata. Anhand dieser konkreten Menschen erfahren die Besucher der Ausstellung, was die Shoah auch heute noch für die Überlebenden bedeutet.

auswartiges_amt_05Wir glauben, dass die Ausstellung einen wichtigen Beitrag zur zeitgemäßen Vermittlung leisten kann und möchten sie deshalb im Frühjahr 2018 in Kassel zeigen. Sie können an dem Projekt mitwirken, indem Sie
– sich an den Kosten beteiligen (www.betterplace.org/p51938),
– uns ehrenamtlich bei Organisation und Durchführung der Ausstellung und des Begleitprogramms unterstützen (schreiben Sie uns: ms@sara-nussbaum-zentrum.de) oder
– Ihre Ideen beisteuern und Ihre Community, Studiengruppe oder Schulklasse mit diesem Projekt verbinden.

Das Foto oben zeigt Zwi Steinitz und Regina Steinitz (geb. Anders). Beide überlebten die Shoah, Zwi in verschiedenen Ghettos und Konzentrationslagern, darunter Auschwitz, Buchenwald und Sachsenhausen, Regina im Versteck in Berlin. Sie leben in Tel Aviv und nehmen die Hilfe von AMCHA wahr.

Der gesegnete Ort: Jüdische Erzählungen und Lieder

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Die Veranstaltung wird mit Bildern von Carola Justo illustriert.

Sonntag, 26. März 2017, 17 Uhr

Carola Justo (Rezitation)
Duo „Selam Shalom“: Elena Padva (Gesang, Gitarre), Attila Günaydin (Gesang, Baglama)
Eintritt: 5 Euro

Die Bilderausstellung von Carola Justo dauert bis zum 10. April 2017 und kann sonntags von 13 – 18 Uhr und nach Vereinbarung besichtigt werden.  www.carola-justo.de

„Zwei Liedermacher – zwei Epochen“

Sonntag, 12. März 2017, 17 Uhr.

RubanskyiOleg Rubanski aus Kiew singt zur Gitarre Lieder von Alexander Wertinski und Semen Kats.
Der Asteroid 3669 wurde nach ihm benannt: Alexander Wertinski, 1889 geborener berühmter russischer Schauspieler, Sänger, Poet und Kabarettist. Mit seinen Liedern begeisterte er das Publikum nicht nur in seiner Heimat, die er bald nach der Oktoberrevolution verließ. Tourneen machten ihn bekannt in Westeuropa, Amerika, China, Nahost. Was kaum einer weiß: Die Melodie des Welthits „Those were the days“ stammt von ihm!
Semen Kats emigrierte 1992 aus Kiew nach Kassel. Er beeinflusste mit seinen melancholisch-humorvollen Liedern eine ganze Generation jüngerer russischer „Barden“. Kats gründete vor 20 Jahren den Kasseler Bardenclub und war über viele Jahre im Vorstand der jüdischen Gemeinde Kassel tätig.
Alle Texte werden auch auf Deutsch vorgetragen von Gudrun Sander.

„Den Himmel berühren“ – Bilderausstellung von Carola Justo

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Vernissage findet am Sonntag, 26. Februar 2016 um 17 Uhr statt.

Begrüßung: Elena Padva
Einführung in die Werke: Carola Justo
Musik: Lilia Gilmanova, Klavier

Die Ausstellung dauert bis zum 10. April 2017 und kann sonntags von 13 – 18 Uhr besichtigt werden.                                                                      www.carola-justo.de


Zusatzveranstaltung:  „Der gesegnete Ort“
– Jüdische Märchen und Erzählungen, vor-getragen von Carola Justo und musikalisch begleitet von Elena Padva, am 26. März um 17 Uhr.

Die Malerin Carola Justo absolvierte nach dem Studium der Sozialpädagogik und Philosophie eine langjährige Ausbildung in Malerei bei verschiedenen Künstlern. Seit 1997 waren ihre Werke in über 55 Einzelausstellungen und mehreren Gruppenausstellungen im In- und Ausland zu sehen. Neben ihrer künstlerischen Haupttätigkeit leitet sie Kurse in Meditation und hält Vorträge. Es ist ihr ein Anliegen, kulturvertiefend und kulturübergreifend zu wirken.