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Alexandra Klei: „Ein Neubau, der nicht auffallen soll. Die Synagoge Kassel als Beispiel für ‚Jüdisches Bauen‘ in Nachkriegsdeutschland“

26. November, 19:00

Uhr

Ein Neubau, der nicht auffallen soll. Die Synagoge Kassel als Beispiel für ‚Jüdisches Bauen‘ in Nachkriegsdeutschland.  Der 1965 in Kassel eingeweihte Neubau einer Synagoge mit Gemeindezentrum weist in der Geschichte ‚Jüdischen Bauens‘ nach dem Holocaust einige Besonderheiten auf, unter anderem weil die Gemeinde ihn in Nachbarschaft zu dem 1938 zerstörten Vorgänger errichten konnte. Ungewöhnlich ist auch, dass der Neubau Ende der 1990er Jahre bereits wieder abgerissen wurde. Zugleich aber ist er ein ausgesprochen typisches Beispiel für einen Umgang mit der…

Ein Neubau, der nicht auffallen soll. Die Synagoge Kassel als Beispiel für ‚Jüdisches Bauen‘ in Nachkriegsdeutschland. 

Der 1965 in Kassel eingeweihte Neubau einer Synagoge mit Gemeindezentrum weist in der Geschichte ‚Jüdischen Bauens‘ nach dem Holocaust einige Besonderheiten auf, unter anderem weil die Gemeinde ihn in Nachbarschaft zu dem 1938 zerstörten Vorgänger errichten konnte. Ungewöhnlich ist auch, dass der Neubau Ende der 1990er Jahre bereits wieder abgerissen wurde. Zugleich aber ist er ein ausgesprochen typisches Beispiel für einen Umgang mit der Bauaufgabe in bundesdeutschen Städten: umgesetzt nach Plänen eines nicht-jüdischen Architekten, abhängig von finanzieller Unterstützung, aufgrund seiner Lage kein sichtbarer Teil einer städtischen Öffentlichkeit.

Der Gemeindekomplex ist einer von rund 25, die bis Ende der 1980er Jahre als Neubauten in der Bundesrepublik errichtet wurden; ihre Entstehungsgeschichten spiegeln eine Vielzahl ganz unterschiedlicher Voraussetzungen und Bedingungen wider, die vor allem von der nicht-jüdischen Umgebungsgesellschaft gestaltet wurden. Im Rahmen des Vortrags wird die Entstehungsgeschichte der Synagoge Kassel vorgestellt und zugleich in die Geschichte ‚Jüdischen Bauens‘ eingeordnet.

 

Alexandra Klei ist Architekturhistorikerin und forscht seit vielen Jahren zu den Möglichkeiten und Bedingungen ‚Jüdischen Bauens‘ nach dem Holocaust. Derzeit ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin der Bet Tfila – Forschungsstelle für jüdische Architektur an der TU Braunschweig und untersucht in einem von der DFG geförderten Projekt die Netzwerke des Architekten Erich Mendelsohn in den USA. Sie ist Mitglied des Forscherinnenkollektivs Space in Holocaust Research, gehört der Fachredaktion Jüdische Geschichte nach 1945 bei Medaon. Magazin für jüdisches Leben in Forschung und Bildung an und ist Kuratorin sowie Redakteurin für den werkraum bild und sinn e.V., einem unabhängigen Ausstellungsprojekt für Fotografie in Berlin.

Zuletzt erschien: Synagogen, Gemeindehäuser, Denkmale. Zur (Un-)Sichtbarkeit ‚Jüdischen Bauens‘ nach dem Holocaust in der BRD und in der DDR (Berlin: neofelis 2026)

 

Datum:
26.11.26

Beginn:
19:00 Uhr

Veranstaltungsort

Sara Nussbaum Zentrum für Jüdisches Leben
Ludwig-Mond-Straße 127
34121 Kassel
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