Dauerausstellung: Jüdisches Leben in Kassel

Die Dauerausstellung „Jüdisches Leben in Kassel“ zeigt einen Ausschnitt der rund 700-jährigen Geschichte der jüdischen Gemeinde in Kassel.

700 Jahre jüdische Geschichte in Kassel entdecken – Gegenwart verstehen

Die neu gestaltete Dauerausstellung „Jüdisches Leben in Kassel“ lädt Besucherinnen und Besucher dazu ein, die rund 700-jährige Geschichte jüdischen Lebens in Kassel zu entdecken. Sie erzählt von Tradition und Religion, von Verfolgung und Verlust, aber auch von Herkunft, Identität, Zugehörigkeit und der Frage, wie Zusammenleben heute gelingen kann.
Historische Ereignisse, persönliche Geschichten, Originalobjekte, digitale Angebote und interaktive Stationen verbinden sich zu einem vielschichtigen Ausstellungserlebnis. Die Ausstellung vermittelt Wissen, macht Geschichte anschaulich und schafft zugleich Raum für eigene Gedanken, Fragen und Perspektiven.

Die Ausstellung auf einen Blick

Die Dauerausstellung ist in drei zentrale Themenbereiche gegliedert:
Tradition und Religion
Einblicke in jüdisches Leben, religiöse Bräuche, kulturelle Traditionen und die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Kassel.
Shoah und Erinnerung
Auseinandersetzung mit der Verfolgung und Ermordung jüdischer Menschen während der Zeit des Nationalsozialismus sowie mit persönlichen Schicksalen und ausgelöschten Gemeinden.
Herkunft und Identität
Fragen nach Heimat, Familie, Zugehörigkeit und Selbstverständnis – damals wie heute.

Persönliche Erfahrungen als Zugang zur Geschichte

Den Auftakt der Ausstellung bilden die Biografien dreier bedeutender Persönlichkeiten der Kasseler jüdischen Geschichte: Sara Nussbaum, Ludwig Mond und Rudolf Hallo. Ihre Lebensgeschichten eröffnen unterschiedliche Perspektiven auf jüdisches Leben in Kassel und machen deutlich, wie eng lokale Geschichte mit gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Entwicklungen verbunden ist.
Im Bereich „Tradition und Religion“ erhalten Besucherinnen und Besucher lebendige Einblicke in jüdische Kultur, religiöse Praxis und Gemeindeleben. Originalobjekte, anschauliche Erklärungen und digitale Elemente ermöglichen einen zugänglichen und zugleich fundierten Einstieg – unabhängig von Vorwissen oder Alter.

Erinnern, verstehen, weiterfragen

Ein weiterer Schwerpunkt der Ausstellung widmet sich der Shoah. Historische Zeugnisse, persönliche Schicksale und die Erinnerung an zerstörte jüdische Gemeinden machen sichtbar, welche Folgen Ausgrenzung, Entrechtung, Verfolgung und Vernichtung hatten. Die Ausstellung schafft dabei einen würdevollen Raum des Erinnerns und regt zugleich zur Auseinandersetzung mit Verantwortung in der Gegenwart an.
Im dritten Teil stehen Fragen im Mittelpunkt, die bis heute aktuell sind: Was bedeutet Heimat? Was prägt Identität? Fotografien, Zitate und persönliche Geschichten aus unterschiedlichen Lebenswelten laden dazu ein, eigene Erfahrungen einzubringen. Ein Spiegel mit der Frage „Wo gehöre ich hin?“ macht Besucherinnen und Besucher selbst zum Teil der Ausstellung.

Zeitgemäß, interaktiv und dialogorientiert

Besonderes Augenmerk wurde auf eine moderne und einladende Ausstellungsgestaltung gelegt. Farben, multimediale Elemente und partizipative Stationen schaffen vielfältige Zugänge für Menschen unterschiedlichen Alters und mit unterschiedlichem Vorwissen.
Die Dauerausstellung möchte informieren, berühren und zum Dialog anregen – über jüdische Geschichte in Kassel, über Gegenwart und Erinnerung sowie über die gemeinsame Zukunft einer vielfältigen Gesellschaft.

Kuratorinnen: Ilana Katz, Elena Padva, Viola Smmerfeld
Ausstellungsgestaltung:

Viola Sommerfeld, Grafik- und Ausstellungsdesignerin des Sara Nussbaum Zentrums