Drei Jahre 7.10.2023 – Ein Zwischenfazit

Vor drei Jahren überfielen Hamas-Kämpfer, verbündete Terrorgruppen und Zivilisten aus dem Gaza-Streifen heraus den Süden Israels. Nach wenigen Stunden, also bis die israelische Armee das Massaker beenden konnte, begingen diese […]


Vor drei Jahren überfielen Hamas-Kämpfer, verbündete Terrorgruppen und Zivilisten aus dem Gaza-Streifen heraus den Süden Israels. Nach wenigen Stunden, also bis die israelische Armee das Massaker beenden konnte, begingen diese den größten antisemitischen Massenmord seit der Shoah.
Hatten die Bilder von in den Gaza-Streifen entführten Männern, Frauen und Kindern, die zum Teil als „Kriegsbeute“ einer jubelnden Masse vorgeführt wurden, sowie die Anzahl von 1.200 ermordeten Menschen zunächst zu Anteilnahme, Solidaritätsbekundungen oder zumindest Schweigen geführt, präsentiert sich die Lage heute, also drei Jahre später, fundamental anders.
Sicherlich führte das Massaker auch bereits am 7.10.2023 und in den folgenden Tagen zu kollektivem Jubel, wurden in Berlin-Neukölln Süßigkeiten verteilt und auch in Kassel, bevor sich Israel zur Wehr setzte, Demonstrationen zur einseitigen Verurteilung des jüdischen Staates abgehalten.
Vor drei Jahren aber hätten sich nur die Wenigsten ausmalen können, dass dem Hamas-Überfall die antisemitischste Welle der letzten Jahrzehnte folgen sollte.Dass die größte Fluchtbewegung aus Europa heraus die Auswanderungswelle jüdischer Belgier, Franzosen und auch Deutscher darstellt, dass man mittlerweile weit nach unten scrollen muss, um in der Online-Zeitung Berichte über attackierte Kippa-Träger zu finden, dass auf den Bühnen eventueller Regierungsparteien zur Intifada aufgerufen wird und dass die nur knapp gescheiterte Entführung eines Flugzeugs Meldungen sind, an die sich scheinbar langsam gewöhnt wird, ist gleichermaßen entsetzlich wie auch Teil des Propaganda-Krieges der Hamas und ihrer willfährigen Helfer auf der ganzen Welt.
Wir als Sara Nussbaum Zentrum erinnern an die Toten, die Entführten und die lebenslang Traumatisierten. Wir sind aber ebenso der Überzeugung, den Überfall vom 7.10. als das zu bezeichnen, als was er von Anfang an geplant war – als Angriff auf Jüdinnen und Juden weltweit.Offene Hamas-Propaganda auf deutschen Straßen, Aufrufe zur Intifada, also zum Mord an israelischen Zivilisten, Attacken auf als solche zu erkennende Juden oder hebräisch sprechende Menschen werden für uns nie eine zu akzeptierende Normalität darstellen.
Lange galt das Selbstverständnis Deutschlands, seinen jüdischen Bürgern nach dem Menschheitsverbrechen des Holocausts Sicherheit zu gewähren, als in weiten Teilen der Gesellschaft konsensfähig. Auch dieses, womöglich schon seit Langem wackelige Fundament, hat in den letzten drei Jahren tiefe Risse bekommen.Da die Geschichte lehrt, dass Antisemiten ihren Vernichtungsphantasien Taten folgen lassen, sind unsere Gedanken auch bei den Menschen in Israel, die sich seit nunmehr drei Jahren einem erneuten Existenzkampf ausgesetzt sehen. Die von uns geschilderte Lage, in der europäische Staaten den Schutz ihrer jüdischen Bürger nicht mehr gewährleisten können, führt uns einmal mehr die Notwendigkeit eines wehrhaften jüdischen Staates vor Augen.


Im Gedenken an die Opfer und mit Hoffnung auf eine bessere Zukunft für Israel und die gesamte Region
Sara Nussbaum Zentrum am 7.10.2026