Gedenken zum 2. Jahrestag des Anschlags in Halle

Der Anschlag auf die jüdische Gemeinde in Halle an der Saale am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur vor zwei Jahren war eine Zäsur für das Leben von Jüdinnen und Juden in ganz Deutschland. Ein bewaffneter Täter hatte damals versucht, in die Synagoge einzudringen, und war nur an einer Holztür gescheitert. Im Anschluss tötete er zwei Menschen, zwei weitere wurden verletzt.

In Erinnerung an das Attentat hat das Sara Nussbaum Zentrum am 9. Oktober ein Zeichen gesetzt. An diesem Tag ist das Zentrum abends gut sichtbar von außen erleuchtet worden.

Die Gefahr ist sehr konkret geworden

„Der Angriff auf die Synagoge in Halle vor zwei Jahren hatte große Auswirkungen auf das jüdische Leben, auch bei uns in der Region“, sagt Ilana Katz, Gründerin des Sara Nussbaum Zentrums. „Die Gefahr für jüdisches Leben wurde sehr konkret, das hat viele verunsichert. Der Antisemitismus, der leider alltäglich in unserer Gesellschaft ist, hat ein schreckliches Gesicht bekommen.“ Gleichzeitig habe man viele Solidaritätsbekundungen erhalten. Dennoch stand das Zentrum als weltliche Bildungs- und Begegnungsstätte für jüdisches Leben nach der Tat monatelang unter Polizeischutz.

„Halle hat die Sicht auf unsere Arbeit verändert“, erklärt Elena Padva, Leiterin des Sara Nussbaum Zentrums. Der Anschlag habe gezeigt: Aus Worten und Gedanken werden immer Taten. „Bildung und Vermittlung von jüdischem Leben sind darum zentral für den Abbau von Vorurteilen und ein friedliches Zusammenleben.“

Gegen jede Form von Antisemitismus eintreten

Dem widmet sich das Sara Nussbaum Zentrum auch in der neuen Ausstellung „Netz gegen Hetz“, in der unter anderem eine fast originalgetreue Abbildung der angeschossenen Tür aus Halle zu sehen ist. Wie die Illumination des Zentrums steht sie dort als ein Zeichen des Gedenkens und gleichzeitig des Aufrufs, gegen jede Form von Antisemitismus einzutreten. „Das ist eine Aufgabe der gesamten Gesellschaft“, so Ilana Katz und Elena Padva.